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After Genocide: Memory and Reconciliation in Rwanda
Nach unvorstellbaren Gräueltaten ist die Frage berechtigt, wie eine Bevölkerung die Erfahrung eines Völkermords verarbeiten kann.
Allein die Erinnerung an die Vergangenheit kann im Schatten des Massensterbens retraumatisierend wirken. Wie also kann man an solch bedeutsame Ereignisse auf eine Weise erinnern, die für die Überlebenden produktiv und sogar heilend ist? Völkermord-Gedenkstätten erzählen eine Geschichte über die Vergangenheit, bewahren Beweise für die Gewalt, die stattgefunden hat, und bieten den Überlebenden emotionale Unterstützung.
Doch das Ziel, den Überlebenden Gehör zu verschaffen, kann inmitten größerer, politisch motivierter Erzählungen verblassen. In After Genocide untersucht Nicole Fox, wie Gedenkstätten die Erfahrungen von Überlebenden Jahrzehnte nach dem Ende der Massengewalt prägen können. Sie untersucht, wie Gedenkstätten sowohl heilen als auch verletzen können, insbesondere wenn sie nicht alle Geschlechter, Ethnien und Klassen der Betroffenen repräsentieren.
Auf der Grundlage ausführlicher Interviews mit Ruandern legt Fox deren Beziehungen zu diesen Räumen offen und deckt die Stimmen auf, die von der vorherrschenden Erzählung zum Schweigen gebracht werden - mit dem Argument, dass die Auslöschung solcher Geschichten selbst ein Akt der Gewalt ist. Das Buch geht der Frage nach, wie die Überlebenden in die vorherrschende Erzählung der Heilung eingefügt werden können, und zeigt, wie Gedenkstätten Möglichkeiten für Wachstum, nationalen Zusammenhalt, Versöhnung und Hoffnung für die Zukunft schaffen können.