Bewertung:

Das Buch „Offspring of Empire“ bietet eine tiefgehende Analyse des wirtschaftlichen und historischen Kontextes des koreanischen Kapitalismus während der japanischen Kolonialherrschaft. Es stellt traditionelle Erzählungen über die koreanische Entwicklung in Frage und betont die Rolle des japanischen Kolonialismus bei der Initiierung des industriellen Wachstums. Der Autor verbindet persönliche Geschichten mit umfangreichen Recherchen, um eine Perspektive zu bieten, die zum Nachdenken über die nationale Identität und die Wirtschaftsgeschichte Koreas anregt.
Vorteile:Gut geschrieben und informativ, bietet es einen umfassenden Überblick über die koreanische Wirtschaftsentwicklung unter japanischer Herrschaft, stellt populäre Missverständnisse effektiv in Frage und nutzt gründliche Recherchen.
Nachteile:Enthält zahlreiche Fußnoten auf fast jeder Seite, was manche Leser als übertrieben empfinden könnten; der Inhalt könnte nationalistische Überzeugungen herausfordern, was ein heikles Thema sein könnte.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Offspring of Empire: The Koch'ang Kims and the Colonial Origins of Korean Capitalism, 1876-1945
Konventionellen Interpretationen zufolge zerstörte die japanische Annexion Koreas im Jahr 1910 die aufkeimende kapitalistische Wirtschaft auf der Halbinsel und blockierte die Entwicklung einer koreanischen Kapitalistenklasse bis 1945. In dieser umfassenden und provokativen Studie, die jetzt als Taschenbuch vorliegt, stellt Carter J.
Eckert die gängige Sichtweise in Frage und argumentiert, dass der japanische Imperialismus zwar politisch unterdrückend war, aber auch der Katalysator und die Wiege der modernen koreanischen industriellen Entwicklung. Die alten Bindungen an China wurden durch neue Bindungen an Japan ersetzt - Bindungen, die die politische Wirtschaft Südkoreas bis heute prägen. Eckert untersucht ein breites Spektrum von Themen, darunter die Wurzeln der kapitalistischen Entwicklung in Korea, die Ursprünge der modernen Wirtschaftselite, das Wesen der japanischen Kolonialpolitik und des japanischen Kolonialstaates, die Beziehungen zwischen der Kolonialregierung und der koreanischen Wirtschaftselite sowie das Wesen der koreanischen Zusammenarbeit.
Er vermittelt ein klares Gefühl für die menschliche Komplexität, den archivarischen Reichtum und die intellektuelle Herausforderung der historischen Periode. Seine Dokumentation ist gründlich; seine Argumente sind überzeugend und oft auffallend innovativ.