Bewertung:

Christopher Thorntons Buch „Descendants of Cyrus: Travels Through Everyday Iran“ (Nachkommen von Cyrus: Reisen durch den alltäglichen Iran) ist eine nuancierte, persönliche Erkundung des Irans, die gängige Stereotypen über das Land in Frage stellt. Durch fesselnde Erzählungen aus erster Hand und Gespräche mit einer Vielzahl von Iranern bietet das Buch Einblicke in die Kultur, die Geschichte und das Alltagsleben der Menschen und offenbart ihre Hoffnungen und Frustrationen inmitten der geopolitischen Spannungen.
Vorteile:Das Buch ist wunderschön geschrieben und gut recherchiert und bietet eine persönliche und doch elegante Erzählung. Es fängt eine Vielzahl von Perspektiven der Iraner ein und stellt ihre reiche Kulturgeschichte und ihr tägliches Leben auf fesselnde Weise vor. Die Leser finden es aufschlussreich und augenöffnend, da es eine ausgewogene Sichtweise bietet, die den üblichen Darstellungen des Iran in den Medien entgegensteht.
Nachteile:Einige Leser könnten den Eindruck haben, dass die Perspektive der Autorin zu idealistisch ist oder die Komplexität der iranischen Gesellschaft nicht vollständig erfasst. Es besteht auch die Befürchtung, dass das Buch die falschen Vorstellungen des Westens über die Abwesenheit seiner eigenen tiefgreifenden Probleme verstärken könnte.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Descendants of Cyrus: Travels Through Everyday Iran
Wir kennen das aktuelle politische Narrativ: Der Iran ist gefährlich, voll von Terroristen und Massenvernichtungswaffen. Doch Christopher Thornton erzählt hier eine andere Geschichte: von gutem Essen, liberal gesinnten Menschen, schöner Architektur und einem Land mit einer über siebentausendjährigen Geschichte, das nicht nur von den unzähligen Kulturen Zentralasiens, sondern auch von Europa und dem Westen beeinflusst wurde.
Descendants of Cyrus macht die Leser mit dem Leben der einfachen Iraner bekannt, das sich von dem im westlichen Fernsehen gezeigten Leben stark unterscheidet. Thornton führt uns durch die Städte des Irans, wo er auf robuste, kaum verborgene Schwarzmärkte stößt, die mit amerikanischen Filmen und Musik gefüllt sind; er sieht, wie die Frauen von Shiraz moderne Mode und Schönheitsprodukte erkunden, ohne Repressalien durch ein geschwächtes Regime befürchten zu müssen; und er trifft die Studenten in der Universitätsstadt Hamadan, wo eine Generation von Aktivisten ihre Stimme findet.
Auf jeder Station dieses faszinierenden Reiseberichts schöpft Thornton aus der Vergangenheit und der Gegenwart gleichermaßen und nutzt die Geschichte, um seine Gespräche mit Bürgern aus allen Gesellschaftsschichten zu informieren. Dabei kommt eine unerwartete Vielfalt zum Vorschein, die von überraschender religiöser und ethnischer Vielfalt, intellektueller Neugierde, dem Durst nach westlicher Kultur und dem Wunsch nach einem modernen, säkularen Leben geprägt ist.
Descendants of Cyrus ist ein Blick aus erster Hand auf eines der am wenigsten verstandenen und doch politisch bedeutendsten Länder der Welt und erschließt den verborgenen Puls einer Kultur und einer Generation, die den Iran auf eine Weise umzugestalten verspricht, die nur wenige Westler vorhersehen können.