Bewertung:

Ruth Barcans „Nacktheit: A Cultural Anatomy“ erforscht die kulturelle Bedeutung der Nacktheit durch eine dichte, akademische Brille. Das Buch bietet zwar eine detaillierte Analyse und stützt sich auf verschiedene Disziplinen, stellt aber aufgrund der komplexen Sprache und Konzepte eine Herausforderung für Gelegenheitsleser dar. Insgesamt gilt es als aufschlussreich und gründlich, könnte aber diejenigen frustrieren, die eine eher zugängliche und erzählerisch orientierte Untersuchung des Themas suchen.
Vorteile:⬤ Gründliche Untersuchung von Nacktheit in verschiedenen kulturellen Kontexten
⬤ gut recherchiert mit Beiträgen aus verschiedenen gesellschaftlichen Perspektiven
⬤ aufschlussreiche Diskussionen über die historischen, psychosozialen und symbolischen Bedeutungen von Nacktheit
⬤ gilt als das Beste auf seinem Gebiet.
⬤ Der Schreibstil ist dicht und akademisch, was für Laien schwierig sein kann
⬤ einige fanden es frustrierend esoterisch
⬤ behauptet, dass die neuen Erkenntnisse im Vergleich zu anderen Werken zum Thema begrenzt sind.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Nudity: A Cultural Anatomy
Nacktheit wird regelmäßig in allen großen Medien gezeigt. Warum also ist es illegal, sich in der Öffentlichkeit nackt zu zeigen? Nacktheit war schon immer ein Paradoxon.
In der modernen Konsumkultur wird sie in einigen Zusammenhängen aktiv gefördert, in anderen hingegen ist sie kriminell oder abartig. Bilder von Nacktheit sind allgegenwärtig. Die Werbung nutzt Nacktheit, um alles zu verkaufen, von Wohnungsbaudarlehen bis zu Haushaltsgeräten, von Parfüm bis zu Autos.
Nacktheit ist in der Tat zur neuesten Mode geworden.
Das ist nicht überraschend. Werbung und Mode brauchen ständig etwas Neues, und nichts ist so neu wie Nacktheit, die älteste Mode überhaupt.
Nacktheit ist nicht nur ein großes Geschäft, sondern auch ein rechtliches und moralisches Minenfeld, Gegenstand psychologischer Studien und eine alltägliche Tatsache. Wir betrachten sie abwechselnd als Perversion und als einen Zustand absoluter Unschuld. Warum bedeutet Nacktheit so viele widersprüchliche Dinge, und warum wird sie in verschiedenen Kontexten so unterschiedlich behandelt? Anhand einer Fülle von Beispielen aus Populärkultur, Literatur, Philosophie und Religion sowie von Interviews aus erster Hand geht Nudity: Eine kulturelle Anatomie" tief in die nackte Unterwelt ein, um diese Fragen zu beantworten.
Barcan begegnet Bestattern, Nudisten, Strippern, Krankenschwestern, Tätowierern, Künstlern und Herstellern von Pornografie. Sie zeigt, dass gewöhnliche Menschen, die Populärkultur und die hohe Philosophie allesamt Quellen der Weisheit über den nackten Körper sind. Nacktheit ist eine der grundlegendsten Metaphern in der westlichen Tradition - ja, sie ist eine Metapher für die menschliche Natur selbst - und doch ist dieses Buch eines der ersten, das ihre Paradoxien eingehend untersucht.
Barcan hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Thema zu beleuchten, das trotz seiner Fähigkeit, zu erregen, zu schockieren oder zu unterhalten, selbst in den Kulturwissenschaften weitgehend ignoriert wurde. Von der Schamhaarmode bis hin zu einem königlichen "Full Monty": Nacktheit: Eine kulturelle Anatomie ist eine faszinierende Mischung aus bedeutungsvollen Kleinigkeiten und großen philosophischen Fragen über den unnatürlichsten Zustand der Natur im modernen Westen.