
Nigger Heaven
Kein anderer zeitgenössischer Roman wurde bei seinem Erscheinen im Jahr 1926 so heftig und intensiv kritisiert und mit so viel Neugierde aufgenommen wie Nigger Heaven. Der Roman von Carl Van Vechten löste wegen seines skandalösen Titels einen Sturm der Entrüstung aus und nährte den unstillbaren Hunger des Lesepublikums nach Material über die schwarze Kultur der Jazzclubs, Cabarets und gesellschaftlichen Ereignisse in Harlem.
„Das Buch und nicht der Titel ist die Hauptsache“, betonte James Weldon Johnson in Bezug auf Nigger Heaven, und das Buch ist in der Tat ein nuanciertes und lebendiges Porträt der ‚großen schwarzen Stadt mit den Mauern‘ von Harlem. Nigger Heaven beginnt mit einer Szene geschmackloser Sensationslust und wandelt sich dann zu einer Welt der schwarzen Mittelklasse, die von intellektuellen Werten, beruflichem Ehrgeiz und einem ausgeprägten Bewusstsein für Klasse und Rassenidentität geprägt ist.
Hier ist ein Harlem, in dem die Eliten der Oberschicht in gut ausgestatteten Salons über Kunst diskutieren; rüpelhafte und laszive Betrunkene verbringen lange Nächte in Jazzclubs und Flüsterkneipen; und politisch bewusste junge Intellektuelle trinken Kaffee und debattieren "das Ethnie-Problem" in begehbaren Wohnungen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei junge Menschen - eine ruhige, ernste Bibliothekarin und ein temperamentvoller, aufstrebender Schriftsteller -, die um ihre Liebe kämpfen, während ihre Träume langsam vom Rassismus erstickt werden.
Diese Neuauflage basiert auf der siebten Auflage, die auch Gedichte enthält, die Langston Hughes eigens für das Buch verfasst hat. Kathleen Pfeiffers scharfsinnige Einführung untersucht die Kontroverse um den schockierenden Titel und zeigt, wie der Roman zu seiner Zeit als Ort der Auseinandersetzung mit rassistischer Gewalt fungierte. Sie weist auch auf Fragen der rassischen Authentizität und der rassischen Identität hin, die durch einen Roman über schwarze Kultur aufgeworfen werden, der von einem weißen Bewunderer dieser Kultur geschrieben wurde.