
Neo-Ottoman Imaginaries in Contemporary Turkey
Dieses Buch präsentiert geschlechtsspezifische Lesarten von kulturellen Manifestationen, die sich auf die osmanische Ära als bevorzugte Vergangenheit und als Modell für die Zukunft beziehen. Mit Hilfe von Authentizitätsansprüchen und der Verbreitung von Vorstellungen einer homogenen, wünschenswerten Alternative zu den Alltagssorgen sowie der Beschwörung einer imperialen Vergangenheit auf nationaler Ebene.
In dieser Denkweise, die von einer polarisierten Weltsicht geprägt ist, dienen die republikanischen Ideale als Gegenbild zur propagierten Pracht und Harmonie der Osmanen. Die stereotypen Geschlechterrollen, die untrennbar mit diesem neo-osmanischen Imaginären verbunden sind, bleiben jedoch weitgehend unerkannt und werden in der Konstruktion des Wunsches nach einer idealisierten Vergangenheit verdeckt.
Unsere Adaption einer kulturwissenschaftlichen Perspektive in diesem Band legt einen besonderen Schwerpunkt auf Handlungsfähigkeit, Geschlecht und Autorität. Sie bietet eine gemeinsame Grundlage für die Befragung der Beiträge dieses Projekts zur Wissensproduktion über die Vergangenheit im Hinblick darauf, was eine akzeptable Legitimität bei der Interpretation nicht nur der kanonischen Literatur, sondern der Geschichte im Allgemeinen darstellt.