Bewertung:

Rens Bods 'A New History of the Humanities' bietet einen umfassenden Überblick über die Geisteswissenschaften und zielt darauf ab, ihre Bedeutung neben der der Wissenschaften aufzuwerten. Das Buch deckt verschiedene historische Epochen und geografische Gebiete ab und hebt die Beiträge der Geisteswissenschaften zur Gesellschaft und zu anderen akademischen Bereichen hervor. Bod bietet klare und übersichtliche Einblicke und erforscht gleichzeitig die Bedeutung von bisher übersehenen Manuskripten. Obwohl das Buch aufgrund seines breiten Umfangs einige strittige Auslassungen und Fehler aufweist, bleibt es eine wertvolle und aufschlussreiche Lektüre.
Vorteile:⬤ Umfassende Darstellung der Geschichte der Geisteswissenschaften über mehrere Regionen und Disziplinen hinweg.
⬤ Eine klare und übersichtliche Darstellung sorgt für eine informative Lektüre.
⬤ Hebt den Einfluss der Geisteswissenschaften auf andere Bereiche und konkrete Probleme hervor.
⬤ Ermutigt zur Suche nach verlorenen Manuskripten und zeigt deren historische Bedeutung auf.
⬤ Einige umstrittene Auslassungen und mögliche Fehler aufgrund des Umfangs des Buches.
⬤ Wenig Erforschung der sozioökonomischen Hintergründe, die die Geisteswissenschaften beeinflussen.
⬤ Keine rasante Lektüre; erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit und Zeit zum Verdauen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
New History of the Humanities: The Search for Principles and Patterns from Antiquity to the Present
Es wurden schon viele Wissenschaftsgeschichten geschrieben, aber A New History of the Humanities bietet die erste übergreifende Geschichte der Geisteswissenschaften von der Antike bis zur Gegenwart. Es gibt bereits historische Studien über Musikwissenschaft, Logik, Kunstgeschichte, Linguistik und Geschichtsschreibung, aber dieser Band fasst diese und viele andere geisteswissenschaftliche Disziplinen in einer einzigen kohärenten Darstellung zusammen.
Sein zentrales Thema ist die Art und Weise, wie Gelehrte im Laufe der Jahrhunderte und in praktisch allen Zivilisationen versucht haben, Muster in Texten, Kunst, Musik, Sprachen, Literatur und der Vergangenheit zu erkennen. Welche Regeln können wir anwenden, wenn wir feststellen wollen, ob eine Erzählung über die Vergangenheit vertrauenswürdig ist? Nach welchen Kriterien sollen wir konsonante von dissonanten musikalischen Intervallen unterscheiden? Welche Regeln beschreiben gemeinsam alle möglichen grammatikalischen Sätze in einer Sprache? Wie können moderne digitale Methoden die Suche nach Mustern in den Geisteswissenschaften verbessern? Rens Bod vertritt die Ansicht, dass die heilige Opposition zwischen den Wissenschaften (mathematisch, experimentell, von universellen Gesetzen beherrscht) und den Geisteswissenschaften (die sich angeblich mit einzigartigen Ereignissen und hermeneutischen Methoden befassen) ein Fehler ist, der aus einer kurzsichtigen Verkennung der Mustersuche entsteht, die im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht.
A New History of the Humanities ist ein überzeugendes Plädoyer dafür, Panini, Valla, Bopp und zahllosen anderen, oft übersehenen Geistesgrößen den ihnen gebührenden Platz neben Galilei, Newton und Einstein einzuräumen.