
Netherlandish and Italian Female Portraiture in the Fifteenth Century: Gender, Identity, and the Tradition of Power
Dieses Buch untersucht die ästhetischen und konzeptionellen Merkmale der weiblichen Porträtmalerei des fünfzehnten Jahrhunderts auf Tafeln. Die Zahl der Frauenporträts nahm in diesem Jahrhundert erheblich zu.
Sie waren Teil einer materiellen und visuellen Kultur, die aus dem raschen Aufstieg einer aus unternehmerischen Aktivitäten hervorgegangenen Oligarchie hervorging, die in den urbanisierten Gebieten Italiens und Flanderns besonders weit entwickelt war. Aus diesem Grund stammen die Porträts in diesem Buch von niederländischen und italienischen Malern. Sie veranschaulichen gleichzeitig die Emanzipation des Genres von seinem mittelalterlichen Idiom und die Antworten auf die Matrix des Patriarchats, in dem die Gesellschaft organisiert war.
Das Patriarchat ist eine androzentrische Struktur, die die Frauen in eine paradoxe Situation der rechtlichen und sozialen Entrechtung aufgrund vermeintlicher psychophysischer Unzulänglichkeiten bringt, sie aber gleichzeitig durch arrangierte Ehen zum Katalysator für den Erfolg der von Männern kontrollierten Machtsphären macht. So sind diese Porträts auch ein Fenster in das Leben der Frauen in dieser Struktur.
Dieses Buch ist die erste systematische Untersuchung ihres Zeichensystems und der weiblichen Erfahrung des Sehens und Gesehenwerdens, an der Schnittstelle von Disziplinen wie Kunstgeschichte, Anthropologie, Rechtsgeschichte und Philosophie. Die überraschenden Ergebnisse legen neue Interpretationen von Form und Funktion in der weiblichen Porträtmalerei, der aktiven Rolle der Frauen im Bildgebungsprozess und den frühen Anfängen einer frauenfreundlichen Ideologie nahe.