Bewertung:

Das Buch „Never Ready“ bietet eine kritische Untersuchung der britischen Verteidigungspolitik während des Kalten Krieges, wobei der Schwerpunkt auf der mangelnden Vorbereitung auf mögliche Konflikte mit der Sowjetunion liegt. Es enthält Diskussionen über Militärlogistik, Waffensysteme und ein theoretisches Szenario eines Dritten Weltkriegs, unterstützt durch Fotos, Karten und militärische Diagramme. Der Autor überprüft freigegebene Quellen, um den katastrophalen Zustand der militärischen Bereitschaft zu verdeutlichen.
Vorteile:Das Buch ist methodisch und verbindlich, nutzt freigegebene Quellen und bietet eine gründliche Kritik an den britischen Verteidigungsstrategien. Es enthält wertvolles Anschauungsmaterial wie Fotos und Diagramme, die es ansprechend machen. Der Bericht ist informativ für alle, die sich für die britische Militärgeschichte und Verteidigungspolitik interessieren.
Nachteile:Einige Leser könnten das Buch als zu kritisch empfinden und es aufgrund der aufgezeigten Fehler mit einem Kriminalroman vergleichen. Es herrscht ein Gefühl der Angst in Bezug auf die militärische Bereitschaft des Vereinigten Königreichs, was für manche Leser beunruhigend sein könnte. Die Fokussierung auf die Unzulänglichkeiten der Vergangenheit mag diejenigen nicht ansprechen, die eine optimistischere oder zukunftsorientierte Analyse suchen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Never Ready: Nato's Flexible Response Strategy, 1968-1989
War die Umsetzung der NATO-Strategie durch Großbritannien glaubwürdig? Nach der Verabschiedung der Flexible Response-Strategie im Jahr 1967 verließ sich die NATO bei der Verteidigung des Westens auf konventionelle Streitkräfte. Großbritannien spielte in den Plänen der NATO eine zentrale Rolle, aber war die britische Verteidigungsplanung dieser Aufgabe angemessen? Wie plante die Regierung den Einsatz der konventionellen Streitkräfte für das Spektrum der Operationen, zu denen sie sich verpflichtet hatte? Wie sollten die Streitkräfte mobilisiert werden, und wie sah die Planung für die Mobilisierung im Einzelnen aus?
1967 wurde MC14/3 von der NATO als strategisches Gesamtkonzept angenommen. Es stützte sich auf eine eskalierende Abschreckung, die von konventionellen über taktische Nuklearschläge bis hin zu strategischen Nuklearangriffen reichte. Dieses Konzept wird gemeinhin als Flexible Response bezeichnet und ersetzte die Trip-Wire-Reaktion der NATO. Erklärtes Prinzip des strategischen Konzepts war es, die Gefahr eines irrtümlich ausgelösten Atomkriegs zu verringern, Gewalt mit gleicher Gewalt zu begegnen und die nukleare Schwelle im Falle eines tatsächlichen Krieges zu erhöhen.
Anhand neu verfügbarer Dokumente aus britischen und anderen Archiven wird in diesem Band gezeigt, dass diese Strategie keineswegs flexibel war, sondern im Falle eines Krieges zum Scheitern verurteilt war. Das Konzept scheiterte daran, dass die Bündnismitglieder nicht in der Lage waren, eine der wichtigsten Säulen der konventionellen Abschreckung - die Nachhaltigkeit - zu gewährleisten.
Dieses Buch analysiert das Paradoxon zwischen dem öffentlichen Erscheinungsbild der Verteidigungspolitik und der Praxis. Es wird untersucht, ob die Planung funktioniert hätte und was in Europa passiert wäre, wenn ein Krieg ausgebrochen wäre. Zur Beantwortung dieser Frage werden die Konflikte auf den Falkland-Inseln und im Golf von Mexiko herangezogen, um die Durchführbarkeit der vorhandenen Pläne zu bewerten.
Die Elemente, von denen die britische Verteidigung abhing, wurden auch mehr als zwanzig Jahre nach Verabschiedung der neuen Strategie noch aufgebaut. Die britische Verteidigungspolitik befasste sich weniger mit den Bedrohungen, denen das Land ausgesetzt war, als vielmehr mit der Frage, wie wenig Geld für die Verteidigung ausgegeben werden konnte.