Bewertung:

Das Buch ist ein ergiebiger und gut recherchierter Text über die Edo-Periode in Japan, der für seine gründliche Untersuchung und Klarheit geschätzt wird. Es wurde jedoch kritisiert, dass es wichtige soziale Themen wie Geschlecht und Sexualität nicht behandelt.
Vorteile:Fundiert mit zahlreichen Fakten, klar und gut geschrieben, deckt viele ungewöhnliche Aspekte der japanischen Kultur ab, gut ergänzt durch Bildmaterial, und dient als gutes Nachschlagewerk für vertiefte Studien.
Nachteile:Neigt dazu, trocken zu sein und wichtige Themen wie Homosexualität und Geschlechterrollen nicht zu behandeln, was einige Leser als enttäuschend und einschränkend für ein umfassendes Verständnis der Epoche empfanden.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Nishiyama: EDO Culture Paper
Nishiyama Matsunosuke ist einer der bedeutendsten Historiker der Tokugawa-Volkskultur (Edo), doch wurde sein Werk bisher noch nie in eine westliche Sprache übersetzt. Edo Culture präsentiert eine Auswahl von Nishiyamas Schriften, die nicht nur eine hervorragende Einführung in die Kulturgeschichte der Tokugawa darstellen, sondern auch viele Lücken in unserem Wissen über das tägliche Leben und die Vergnügungen der Stadtbevölkerung jener Zeit schließen.
Viele Aufsätze konzentrieren sich auf das wichtigste Thema von Nishiyamas Werk: das siebzehnte bis neunzehnte Jahrhundert als eine Zeit der Aneignung und Entwicklung der japanischen Kultur durch die städtischen Bürger. Im ersten von drei Hauptabschnitten skizziert Nishiyama die Geschichte von Edo (Tokio) während der Entstehungsjahre der Stadt und zeigt, wie sie durch die ständige Interaktion zwischen den Klassen der Krieger und der Bürger geprägt wurde. Anschließend erörtert er den Geist und die Ästhetik der Edo-Eingeborenen und führt die als Ukiyo-e bekannten Farbholzschnitte auf die gemeinschaftlichen Aktivitäten der Bürger der Stadt zurück.
Der zweite Teil konzentriert sich auf die Interaktion zwischen städtischer und ländlicher Kultur während des 19. Jahrhunderts und auf die beispiellose kulturelle Verbreitung, die mit Hilfe von umherziehenden Künstlern, Pilgern und Wanderschauspielern stattfand.
Unter den Aufsätzen befindet sich auch eine köstliche und detaillierte Abhandlung über die Tokugawa-Küche. Der dritte Abschnitt ist der Musik und dem Theater gewidmet, beginnend mit einer Studie über das No, das vor allem von der Aristokratie, aber überraschenderweise auch vom einfachen Volk gefördert wurde.
In separaten Kapiteln analysiert Nishiyama die Beziehung zwischen den sozialen Klassen und den Musikgenres sowie die Ästhetik des Kabuki. Das letzte Kapitel befasst sich mit den Varietés, die von den städtischen Massen unterstützt wurden.