Bewertung:

Das Buch „Nobody's Girl Friday“ von J.E. Smyth beleuchtet die bedeutende Rolle von Frauen in Hollywood während der Studio-Ära, insbesondere in den 1930er und 1940er Jahren, und stellt das Narrativ der weiblichen Unterordnung in der Filmindustrie in Frage. Smyth nutzt verschiedene Quellen, um Einblicke in die Karrieren sowohl bekannter als auch weniger bekannter Frauen zu geben, die die Filmindustrie beeinflussten, insbesondere in kreativen und entscheidungsrelevanten Positionen.
Vorteile:Das Buch bietet eine umfassende und lebendige Erforschung des Beitrags von Frauen zu Hollywood und widerspricht damit der vereinfachten Darstellung der männlichen Dominanz. Smyths umfangreiche Recherchen und sein einnehmender Schreibstil machen das Buch zugänglich und informativ. Es füllt eine wichtige Lücke in der Filmgeschichte und ist eine wertvolle Quelle für Filmstudenten und -liebhaber gleichermaßen. Besonders aufschlussreich sind die Profile verschiedener einflussreicher Frauen in der Branche.
Nachteile:Einige Leser könnten die Erzählstruktur als weniger fokussiert empfinden, da das Buch viele Personen und Geschichten abdeckt. Auch wenn das Buch darauf abzielt, ein ausgewogeneres Bild der Geschlechterrollen in Hollywood zu vermitteln, könnten einige Leser das Gefühl haben, dass es die anhaltenden Kämpfe der Frauen in der heutigen Filmindustrie herunterspielt.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Nobody's Girl Friday: The Women Who Ran Hollywood
Rückblickend auf ihre Karriere erinnerte sich Bette Davis 1977 mit Stolz: "Zwanzig Jahre lang gehörte Hollywood den Frauen." Damit hatte sie nicht unrecht. Zwischen 1930 und 1950 waren über 40 % der Beschäftigten in der Filmindustrie Frauen, 25 % aller Drehbuchautoren waren weiblich, eine Frau leitete MGM hinter den Kulissen, über ein Dutzend Frauen arbeiteten als Produzentinnen, eine Frau stand dreimal an der Spitze der Screen Writers Guild, und die Presse behauptete, Hollywood sei dem Rest des Landes in Sachen Gleichberechtigung und Beschäftigung eine oder zwei Generationen voraus.
Die erste umfassende Geschichte von Hollywoods hochfliegenden Karrierefrauen während der Studio-Ära, Nobody's Girl Friday deckt den Einfluss der Führungskräfte, Produzenten, Redakteure, Autoren, Agenten, Designer, Regisseure und Schauspielerinnen ab, die die Filmproduktion und den Stil Hollywoods prägten, ihre Gewerkschaften anführten, während des Krieges an die Spitze kletterten und die Schwarze Liste bekämpften.
Auf der Grundlage von zehn Jahren Archivrecherche deckt die Autorin J. E. Smyth eine beeindruckende Generation in der amerikanischen Filmindustrie auf und bringt ihre Stimmen zurück in die Geschichte Hollywoods. Ihre Errungenschaften, Kämpfe und Perspektiven stellen gängige Vorstellungen von regiebezogenem Autorismus, männlicher Dominanz und weiblicher Entmachtung in den Jahren zwischen der Ersten und Zweiten Welle des Feminismus grundlegend in Frage.
Nobody's Girl Friday" ist nicht nur ein Geschichtsrevisionismus, sondern auch ein zutiefst persönlicher, kollektiver Bericht über Hunderte von berufstätigen Frauen, die Studios, für die sie arbeiteten, und die Filme, an deren Entstehung sie beteiligt waren. Viele Jahre lang haben Historiker und Kritiker darauf bestanden, dass sowohl der amerikanische Feminismus als auch die Macht der Frauen in Hollywood von den 1920er bis zu den 1960er Jahren zurückging und praktisch verschwand. Doch Smyth bestätigt Bette Davis' Behauptung. Die Geschichte der Frauen, die im Hollywood der Studio-Ära das Sagen hatten, ist nie vollständig erzählt worden - bis jetzt.