
North Korea's Mundane Revolution: Socialist Living and the Rise of Kim Il Sung, 1953-1965 Volume 19
Wenn man sich heute an die entscheidenden Jahre nach dem Koreakrieg erinnert, wird in den Geschichten über Nordkorea meist ein großes Revolutionsepos erzählt, in dessen Mittelpunkt der Aufstieg von Kim Il Sung zur absoluten Macht steht.
Im Schatten dieser Geschichte stehen jedoch oft die unzähligen Möglichkeiten der koreanischen Bevölkerung, sich an den Projekten des Parteistaates zu beteiligen, um ihr Leben und ihr Land nach den Verwüstungen des Krieges wieder aufzubauen. North Korea's Mundane Revolution zeichnet die Ursprünge der langfristigen Beständigkeit des Landes in den Fragen nach, die koreanische Frauen und Männer über das moderne Individuum, Wohnen, Familienleben und Konsum stellten.
Anhand einer breiten Palette übersehener Quellen untersucht Andre Schmid die Herausbildung eines geschlechtsspezifischen sozialistischen Lebensstils in Nordkorea, indem er sich auf die lokalisierten Prozesse des sozioökonomischen und kulturellen Wandels konzentriert. Dieser Stil des "Neuen Lebens" ersetzte radikale Definitionen der Geschlechter- und Klassenrevolution durch die Politik der individuellen Selbstreform und der kulturellen Aufwertung und führte zu einer Entpolitisierung der politischen Kultur des Landes in den Jahren, in denen Kim Il Sung an die Macht kam.