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Nostalgia After Apartheid: Disillusionment, Youth, and Democracy in South Africa
In diesem fesselnden Buch wirft Amber Reed einen neuen Blick auf die südafrikanische Demokratie, indem sie die Sehnsucht der schwarzen Bevölkerung nach dem Leben während der Apartheid im ländlichen Ostkap untersucht. Reed befasst sich mit einem überraschenden Phänomen, das in der Post-Apartheid-Nation zu beobachten ist: Obwohl das Bildungsministerium Lehrpläne vorgibt, die Werte wie staatsbürgerliche Verantwortung und liberale Demokratie vermitteln sollen, wehren sich diejenigen, die für die Vermittlung dieses Stoffes verantwortlich sind (und die Schüler, die ihn lernen), häufig gegen das, was sie als Aufzwingen "weißer" Werte betrachten. Diese Lehrer und Schüler sehen die südafrikanische Demokratie nicht als eine Form der Freiheit, sondern eher als eine Zerstörung ihrer eigenen "afrikanischen Kultur" - während die Apartheid, zumindest vordergründig, die kulturelle Entfaltung in den ehemaligen ländlichen Homelands ermöglichte. In der Ostkap-Region, so beobachtet Reed, geht der Widerstand gegen die Demokratie mit der Nostalgie für die Apartheid einher, und zwar gerade bei den Bürgern, die durch das späte rassistische, autoritäre Regime am meisten entrechtet wurden. Anhand der Untersuchung einer ländlichen Stadt in der ehemaligen Transkei und der städtischen Büros des Sonke Gender Justice Network in Kapstadt argumentiert Reed, dass nostalgische Erinnerungen an eine Zeit, in der die afrikanische Kultur nicht angegriffen wurde, in Verbindung mit dem sozioökonomischen Versagen des Post-Apartheid-Staates den Boden für die aktuelle politische Ambivalenz in Südafrika bereitet haben.
Nostalgie nach der Apartheid ist jedoch nicht nur eine Fallstudie, sondern zeigt, dass die Bedrohung der Demokratie in Südafrika in einem globalen Kontext, in dem Nationalismus und Autoritarismus weiter zunehmen, weitreichende Auswirkungen auf das Nachdenken über die Umsetzung von Demokratie hat.
Nostalgie nach der Apartheid bietet einen einzigartigen Ansatz, um zu verstehen, wie die versuchten Reformen nach der Apartheid bei der schwarzen Landbevölkerung Südafrikas gescheitert sind und wie dieses Scheitern zu einer Nostalgie nach den Bedingungen geführt hat, die sie einst unterdrückten. Das Buch ist für Wissenschaftler aus den Bereichen Afrikastudien, postkoloniale Studien, Anthropologie und Bildung ebenso interessant wie für Leser, die sich allgemein für die Geschichte und Politik Südafrikas interessieren.