Bewertung:

Das Buch „Ohne Rücksicht auf Geschlecht, Ethnie oder Hautfarbe“ ist ein fotografischer Essay über das Morris Brown College, der dessen historische Bedeutung und den aktuellen Zustand des Verfalls festhält. Die Rezensenten schätzen die emotionale Tiefe der Fotografien, die sowohl die frühere Lebendigkeit des Colleges als auch seinen gegenwärtigen Verfall hervorheben und gleichzeitig den Wunsch nach einem Vergleich zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zum Ausdruck bringen.
Vorteile:Die Fotografien sind kraftvoll und wecken starke Emotionen, sie zeigen sowohl Traurigkeit als auch Hoffnung. Das Buch lenkt die Aufmerksamkeit auf den Kampf der HBCUs und die Auswirkungen der Vernachlässigung. Es regt zum Nachdenken über die mögliche Wiederbelebung wichtiger Bildungseinrichtungen an.
Nachteile:Einige Leser empfanden den Inhalt als deprimierend und waren der Meinung, dass ein direkter Vergleich zwischen dem früheren Ruhm des Colleges und seinem heutigen Zustand fehlte. Dies führte dazu, dass einige mit der Darstellung der Geschichte des Colleges unzufrieden waren.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Without Regard to Sex, Race, or Color: The Past, Present, and Future of One Historically Black College
Diese Zusammenstellung von sechzig Bildern und den dazugehörigen Essays gibt uns eine neue Möglichkeit, über den allzu oft problematischen Status historisch schwarzer Colleges und Universitäten (HBCUs) nachzudenken. Die Glocke im Uhrenturm des Morris Brown College in Atlanta trägt eine Inschrift über das Ideal des Bildungszugangs, nämlich dass dieser "ohne Rücksicht auf Geschlecht, Ethnie oder Farbe" erfolgen soll. Doch der größte Teil des Morris-Brown-Campus liegt seit mehr als einem Jahrzehnt brach. Die 1881 gegründete Schule wurde 2002 so gut wie geschlossen, nachdem jahrelange finanzielle Schwierigkeiten durch einen Missmanagement-Skandal gekrönt worden waren. Die Ehemaligen sind jedoch immer noch stolz auf die Schule, und die derzeitige Leitung schwört, sie wiederzubeleben. In der Zwischenzeit fällt die Morris Brown buchstäblich auseinander, wie die bewegenden Fotos von Andrew Feiler zeigen.
Im Geiste jener Fotografen, die den physischen Verfall unserer geschätzten Institutionen - von kleinen Familienbetrieben bis hin zu ganzen Städten - dokumentiert haben, richtet Feiler sein Objektiv auf einen umkämpften Ort und fordert uns auf, wegzusehen. Mit dem Ziel, "den Geist zu öffnen, Emotionen auszulösen, Diskussionen anzuregen und vielleicht zum Handeln aufzufordern", projizieren seine Bilder eine neue Bedeutungsebene auf die Geschichte von Morris Brown. Wir sehen Klassenzimmer, Wohnheime, Sporthallen und andere Räume, die nicht mehr von Studenten, Lehrkräften und Mitarbeitern belebt werden, sondern in einem Zustand der Ungewissheit versinken, in dem die Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität stumm gegen eine Vielzahl unwillkommener alternativer Zukünfte antritt. Wir sehen, wie die Zeit vergeht, ohne Rücksicht auf akademische Jahre, regelmäßige Wartungszyklen oder das sonstige Kommen und Gehen, das normalerweise die Aufmerksamkeit auf undichte Stellen, eindringende Tiere, Vandalismus und andere Kräfte lenkt, die die Farbe von den Wänden des Morris Brown-Gebäudes abblättern, die Böden verbeulen und das Mobiliar verformen. Wir sehen, wie sich Müll neben Sporttrophäen, wissenschaftlichen Geräten und anderen Überbleibseln der stolzen Vergangenheit, an die wir uns lieber erinnern würden, auftürmt.
Feilers Fotos werden von Texten begleitet, die sich mit dem tiefgreifenden Einfluss des Colleges auf eine Familie, mit Geschichte und Erinnerung, mit der dokumentarischen und erzählerischen Kraft der Fotografie und mit dem Platz der HBCUs im öffentlichen Leben der USA befassen. Bilder und Texte zeigen uns, was passiert, wenn ein Ort, der geehrt werden soll, sich selbst überlassen bleibt.