Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 4 Stimmen.
Victim of History: Cardinal Mindszenty a biography
"Opfer der Geschichte", "Märtyrer hinter dem Eisernen Vorhang", "ungarischer Gandhi" - das sind nur einige der Beinamen, mit denen man Kardinal Mindszenty, den Erzbischof von Esztergom, bezeichnete, der als letzter ungarischer Prälat den Titel eines Fürstprimas führte. Heute ist Mindszenty in den meisten Ländern, außer in Ungarn, vergessen, aber als er 1975 starb, war er in der ganzen Welt als Symbol des Kampfes der katholischen Kirche gegen den Kommunismus bekannt.
Kardinal Mindszenty bekleidete das Amt des Erzbischofs von Esztergom von 1945 bis 1974, aber während dieser fast drei Jahrzehnte währenden Amtszeit war er nur vier Jahre im Amt. Am 26. Dezember 1948 wurde er von der politischen Polizei verhaftet und anschließend vom Budapester Volksgerichtshof zu lebenslanger Haft verurteilt.
In Anlehnung an die stalinistische Praxis der Schauprozesse wurde Mindszenty unter anderem vorgeworfen, er habe versucht, die habsburgische Herrschaft in Ungarn wiederherzustellen, und sich dabei auf seine legitimistische Gesinnung berufen.
Während der Revolution von 1956 erlangte er die Freiheit zurück, allerdings nur für einige Tage. Zwischen dem 4.
November 1956 und dem 28. September 1971 gewährte ihm die US-Botschaft in Budapest Zuflucht. In den fünfzehn Jahren, die er in der amerikanischen Botschaft verbrachte, vollzogen sich enorme Veränderungen in der Welt, während seine Persönlichkeit in der Vergangenheit eingefroren blieb.
Als Papst Paul VI. 1971 den ungarischen Außenminister empfing, nannte er Mindszenty "das Opfer der Geschichte". Seine letzten Jahre verbrachte er endlich in Freiheit, aber weit weg von seiner Heimat.
In Ungarn warten die katholischen Gläubigen sehnsüchtig auf seine Seligsprechung.