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Orchid Astronomy
Sophie wuchs in Veslefjord auf, tief im norwegischen Norden, wo das Eis bis zum Horizont reicht und die lange Polarnacht mit Geschichten über die Tiere des Meeres, des Eises und des Himmels gefüllt ist. Jetzt schmilzt das Eis und die Tiere sterben. Auch Sophies Mutter ist tot und hinterlässt eine Tochter und einen Geliebten auf dem schmelzenden Permafrostboden.
An Orchid Astronomy ist die Geschichte von Sophie, von ihrem persönlichen Trauma und der Klimakatastrophe, erzählt in eindrucksvoller experimenteller Poesie. Zwischen den poetischen Stilen und Genres fließen und brechen Wörter und Sätze, verdrehen sich zu Bildern und ballen sich zusammen wie die Sterne der Arktis. Die Gedichte fügen sich zu einer durchgängigen Erzählung zusammen und stellen die Frage, wie wir mit großartigen Verlusten umgehen und nach Lösungen in der Wissenschaft, in der Mythologie, im Geschichtenerzählen und schließlich in unseren wiedererlebten Erinnerungen suchen.
Herausfordernd, kraftvoll und schön ringt An Orchid Astronomy mit der Trauer um den Verlust derer, die wir lieben, und mit der Trauer um die sich verändernde Welt. In der Sprache des Massensterbens und des unbekannten Himmels erkundet Tasnuva Hayden furchtlos die Nuancen des persönlichen Zusammenbruchs, des sublimierten Verlangens, der unerfüllten Sehnsucht und der Wege, die wir angesichts des Unmöglichen beschreiten müssen, in einer Poesie, die wie der Mond in einer Mittwinternacht schillert.