
Organizational Learning in Tourism and Hospitality Crisis Management
Wir leben in einer unsicheren Welt, die durch das Auftreten unerwarteter Zwischenfälle in verschiedenen Teilen der Welt gekennzeichnet ist, die weitreichende negative Folgen haben können. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, auf solche Krisen vorbereitet zu sein und zu versuchen, ihre negativen Auswirkungen durch Krisenmanagementinstrumente und organisatorische Lernverfahren zu verhindern oder abzuschwächen. Der aktuellen Literatur zufolge war das Tourismus- und Gastgewerbe in den vergangenen Jahrzehnten dramatischen Auswirkungen von durch Menschen verursachten Krisen und Naturkatastrophen ausgesetzt. Die Auswirkungen zeigen sich in Form von Geschäftsausfällen, wirtschaftlichen Verlusten, einem geschädigten Image des Reiseziels, physischen Schäden an Infrastruktur und Einrichtungen, psychologischen Auswirkungen und anderen unerwünschten Folgen. Viele dieser Krisenereignisse treten immer wieder auf und ihre Auswirkungen können durch organisatorisches Lernen und Vorbereitungsmaßnahmen abgewendet oder gemildert werden. Die Akteure der Branche haben jedoch nur wenige Versuche unternommen, Frühwarnsignale zu erkennen, aus Krisen zu lernen und sich auf die nächsten vorzubereiten. Obwohl historische Analysen wichtige Beiträge in Form von "Lessons Learned" liefern, geben sie in der Regel wenig Aufschluss darüber, wie Tourismusorganisationen, die mit der Krise konfrontiert waren, versucht haben, sie proaktiv zu bewältigen, und was sie reaktiv getan haben (Paraskevas und Quek, 2019). Um diese Lücke zu schließen, sind daher umfassende Quellen in diesem Bereich erforderlich.
Es gibt nur wenige Forschungsstudien, die sich mit dem organisatorischen Lernen im Rahmen des Krisenmanagements im Tourismus befassen. Eine umfassende Sammlung von Buchkapiteln, die sich sowohl auf die Theorie als auch auf die Praxis konzentrieren, wird ein gewisses Licht auf dieses Thema werfen und Empfehlungen für zukünftige Untersuchungen vorschlagen. Ziel dieser Publikation ist es daher, verschiedene Aspekte des organisatorischen Lernens im Krisenmanagement des Tourismus und des Gastgewerbes aufzuzeigen und Zukunftsperspektiven zu diskutieren. Das Buch wird die wichtigste Ressource für künftige Forschungen auf dem Gebiet des Krisenmanagements im Tourismus und des organisatorischen Lernens sein. Für diesen Bedarf gibt es mehrere Gründe. Erstens ist dieses Thema im Bereich des Gastgewerbes und des Tourismus relativ neu und deckt viele kritische Aspekte des organisatorischen Lernens im touristischen Krisenmanagement ab. Diese Neuheit und die eingehende Erörterung praktischer Lektionen auf der ganzen Welt könnten sowohl für Akademiker als auch für Praktiker von großem Interesse sein. In den letzten Jahren haben viele Tourismus- und Gastgewerbeunternehmen das Wesen des Krisenmanagements und des organisatorischen Lernens in ihre Notfallplanung und ihr Krisenmanagement einfließen lassen. Tourismus- und Gastgewerbemanager haben erkannt, wie wichtig es ist, aus früheren Krisen zu lernen, und haben daher diese Lernstrategien in ihre Vorbereitungsprogramme aufgenommen. Daher sind sie mehr denn je bereit, dieses Material zu nutzen und es an Kollegen, Mitarbeiter usw. weiterzuempfehlen.
Ein weiterer potenzieller Bedarf besteht bei Akademikern, Studenten und Forschern in den beiden Bereichen Organisationslernen und Krisenmanagement im Tourismus. Die meisten Universitäten und Tourismusinstitutionen haben entweder direkt oder indirekt neue Lehrpläne für das touristische Krisenmanagement auf Master- und Doktorandenebene mit besonderem Schwerpunkt auf organisatorischem Lernen und Vorbereitung entwickelt. Dieses Buch wird für diese Personen von großem Interesse sein, da frühere Ressourcen relativ veraltet sind und außerdem das Thema des organisatorischen Lernens nicht im Detail abdecken.