Bewertung:

Der Roman, der Themen des Existenzialismus mit dem kulturellen Leben in Bagdad, insbesondere im Kontext des Hedonismus und der Prätention der reichen Elite, verknüpft, bietet sowohl Humor als auch Satire. In der Erzählung erkundet ein Biograf Abd al-Rahman, den so genannten „irakischen Sartre“, wie er sich durch ein Leben voller Genuss und existenzieller Überlegungen bewegt. Die Gegenüberstellung von Sartres Philosophien vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels in Bagdad in den 1960er Jahren sorgt für ein fesselndes und manchmal verstörendes Leseerlebnis.
Vorteile:Der Roman bietet eine interessante historische und kulturelle Perspektive auf das Leben in Bagdad in den 1960er Jahren und mischt Humor mit Satire. Er erforscht tiefgründige philosophische Themen und bietet gleichzeitig eine fesselnde Erzählung voller Wendungen und einnehmender Charaktere. Die Leserinnen und Leser schätzen die einzigartige Kombination aus kultureller Durchdringung und existenziellem Denken mit einer glaubwürdigen und lebendigen Darstellung des Lebens der Figuren.
Nachteile:Manche Leser könnten die ständigen Verweise auf existenzialistische Themen wie „Übelkeit“ und „Nihilismus“ als repetitiv und ermüdend empfinden. Die starke Betonung des hedonistischen Lebensstils der Figuren mag nicht jedem gefallen, und manche haben das Gefühl, dass die Satire zu pointiert oder oberflächlich werden könnte. Darüber hinaus könnte die nicht-chronologische Struktur der Erzählung für manche eine Herausforderung sein, ihr zu folgen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Nach einem gescheiterten Studienaufenthalt in Frankreich kehrt Abd al-Rahman in den Irak zurück, um eine existenzialistische Bewegung zu gründen, die der seines Helden ähnelt.
Er ist davon überzeugt, dass es seine Aufgabe ist, die Intellektuellen seines Landes mit Sartres Gedankengut vertraut zu machen, und fühlt sich besonders qualifiziert durch seine körperliche Ähnlichkeit mit dem Philosophen (abgesehen von den schielenden Augen) und durch seine Heirat mit Germaine, die er für die Cousine des großen Mannes hält. Sein Reichtum und sein familiäres Ansehen garantieren ihm ein müßiges Leben, das er mit Alkohol, Ausschweifungen und dem Besuch eines bekannten Nachtclubs verbringt.
Aber ist sein Selbstmord ein Akt philosophischer Verzweiflung oder eine Reaktion auf die Affäre seines Freundes mit Germaine? Ein von seinen mutmaßlichen Freunden ausgewählter Biograf erzählt die Geschichte eines etwas verwirrten jungen Mannes, der wie andere Angehörige seiner Generation auf der Suche nach einem Sinn für sein Leben war. Diese Parodie auf die Missbräuche und Extravaganzen der Pseudophilosophen im Bagdad der sechziger Jahre wirft ein Schlaglicht auf das intellektuelle und kulturelle Leben im Irak jener Zeit und auf die Kehrtwende einiger wohlhabender und mächtiger Familien im Irak.