
Parasites, Worms, and the Human Body in Religion and Culture
Die Angst vor Parasiten - mit ihrer Macht, in das Selbst einzudringen, es zu befallen und zu transformieren - schlängelt sich durch Kulturen und Religionen auf der ganzen Welt und spiegelt eine sehr menschliche Abscheu davor wider, von inneren und äußeren Kräften überfallen und verschlungen zu werden. Im alten China jedoch beleuchten die parasitäre Wespe und der Wurm die Beziehung zwischen dem Weisen und seinem Schüler.
Auf dem indischen Subkontinent verehren hinduistische Kulturen Nagas, Wesenheiten, die Trinkwasserquellen vor parasitärer Verunreinigung schützen, und die wechselseitige Beziehung zwischen Parasit und Wirt ist ein wiederkehrendes Thema in der vedischen Literatur und in ayurvedischen Texten. Im mittelalterlichen Europa sind Würmer Symbole sowohl für die Verderbnis durch die Sünde als auch für die Erlösung durch Christus. In der traditionellen afroamerikanischen Kultur wird Krankheit auf den Befall durch übernatürliche Spinnen, Käfer und Würmer zurückgeführt, während in den Regenwäldern Südargentiniens Parasitologen gegen sehr reale parasitäre Eindringlinge kämpfen.
Der Wurm repräsentiert unseren jungschen Schatten, und wir fürchten ihre Körper, denn sie sind unsere eigenen - weich und verletzlich, kraftvoll und zerstörerisch, gedankenlos von den Leichen anderer lebend und sich vom Leichnam der Welt ernährend. Dieses Buch versammelt wissenschaftliche Untersuchungen aus verschiedenen Disziplinen, darunter Anthropologie, Gesundheitswissenschaften, Geschichte, Literatur, medizinische Geisteswissenschaften, Parasitologie, Soziologie und Religionswissenschaften.