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Memory Passages: Holocaust Memorials in the United States and Germany
Jahrzehntelang haben Künstler und Architekten darum gerungen, den Holocaust in visueller Form zu verarbeiten. Das Ergebnis sind Gedenkstätten, die eine Vielfalt ästhetischer Strategien aufweisen. In Memory Passages analysiert Natasha Goldman sowohl bisher übersehene als auch international anerkannte Holocaust-Gedenkstätten in den Vereinigten Staaten und Deutschland von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart und zieht dabei erstmals zahlreiche historische Dokumente heran. Aus der Perspektive der visuellen Kultur und der Kunstgeschichte untersucht das Buch die sich verändernden Einstellungen zum Holocaust und die künstlerischen Entscheidungen, die darauf reagieren.
Das Buch stellt weniger bekannte Skulpturen wie Nathan Rapoports Denkmal für die sechs Millionen jüdischen Märtyrer in Philadelphia vor, aber auch international anerkannte Werke wie Peter Eisenmans Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Zu den weiteren untersuchten Künstlern gehören Will Lammert, Richard Serra, Joel Shapiro, Gerson Fehrenbach, Margit Kahl und Andy Goldsworthy. Archivdokumente und Interviews mit Auftraggebern, Überlebenden und Künstlern geben Aufschluss über die Gespräche und Entscheidungen, die die Holocaust-Gedenkstätten geprägt haben.
Memory Passages schlägt vor, dass die Gestalter von Gedenkstätten die Besucher dazu auffordern, durch die Räume zu navigieren und sie zu aktivieren, um sich mit der Geschichte und der Erinnerung auseinanderzusetzen, indem sie sie begehen oder durchwandern. Dieses Buch ist für jeden wertvoll, der den Holocaust lehrt oder besser verstehen will.