
Pathologies of Desire: The Vicissitudes of the Self in James Joyce's a Portrait of the Artist as a Young Man
Diskussionen über das Selbst in James Joyce' Ein Bildnis des Künstlers als junger Mann haben traditionell eine generische oder verallgemeinerte Qualität: das Selbst ist modernistisch oder postmodernistisch, essentiell oder prozesshaft, vereinheitlicht oder fragmentiert usw. Pathologies of Desire schlägt einen anderen Weg ein: Es verlagert den Ausgangspunkt der Diskussion, indem es das Selbst in Beziehung zu bestimmten Dispositionen oder Eigenschaften des Subjekts Stephen Dedalus setzt.
Genauer gesagt werden drei pathologische Zustände (Autoerotik, Paranoia und das Scham-/Schuldsyndrom) als primäre Modi der Selbstaufspaltung in den Vordergrund gestellt - die einzigartige Macht schmerzhafter innerer Spaltungen und Abspaltungen, die Selbsterkenntnis auszulösen und das Selbst selbstreflexiv zu machen. Als Herausforderungen an das Selbstverständnis sind Angst (Autoerotik), Verfolgung (Paranoia) und Demütigung (Scham/Schuld) die Hauptkatalysatoren jener vielschichtigen sprachlichen Ressourcen, die Stephens Selbst mit den Mitteln zum Verstehen seiner eigenen Angst stärken.
Die Tatsache, dass sich jedes einzelne Selbst auflöst, um einem anderen Platz zu machen, unterstreicht seine rein kontingente und vorübergehende Qualität - es fungiert als Verteidigung gegen die Singularität des Schmerzes, den es erzeugt. Stephens letztendliche Aussicht auf die Erschaffung neuer zukünftiger Selbste hängt also von seiner Fähigkeit ab, sich von den bedrückenden Konditionierungen der alten zu befreien.