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Paul: Narrative or Apocalyptic
Das Spielfeld für Paulus wird von zwei großen Denkschulen bestimmt - der apokalyptischen und der narrativen. Die Apokalyptik, die ihre Wurzeln im mystischen Judentum des Zweiten Tempels hat, betont den Disjunktiv.
Sowohl das Kreuz als auch die Auferstehung werden als kosmischer Kommentar zur Abschaffung von allem und zum Aufkommen des ganz Neuen gelesen. Die Erzählung, die in den Bundesverheißungen des Alten Testaments wurzelt, betont die Kontinuität. Das Kreuz und die Auferstehung werden innerhalb des Bundes gelesen, um die Erfüllung zu zeigen.
Hier, in einem Band von zwei anerkannten Paulusforschern - J. Christaan Beker und N.
T. Wright - wird der Unterschied deutlich.
Sie stimmen zwar darin überein, dass das Kreuz und die Auferstehung Jesu im Zentrum des theologischen Unternehmens des Paulus stehen, sind sich aber uneins darüber, wie Tod und Auferstehung zu interpretieren sind: als apokalyptisch oder als Erfüllung des Bundes. Die Debatte kann beginnen.