
Paul on the Human Vocation
Die Verwendung von λογικὴ λατρεία durch Paulus in Röm 12. 1 hat die Ausleger lange Zeit fasziniert und verblüfft.
Diese Studie schlägt eine neue Erklärung für Paulus' Vernunftsprache in Röm 12. 1 vor, die auf einer detaillierten Untersuchung antiker philosophischer Texte über die Rolle des Menschen im Kosmos beruht, in denen die Sprache der Vernunft und die Idee einer Berufung des Menschen eng miteinander verbunden sind. Es wird argumentiert, dass Paulus hier an die Idee einer menschlichen Berufung appelliert, um zu behaupten, dass Christusnachfolger in der Lage sind, ihre menschliche Berufung zu erfüllen, indem sie so leben, dass ihr Leben Zeichen der neuen Schöpfung hervorbringt, die in Christus eingeweiht wurde.
Dazu wird die zentrale Rolle der Vernunft im antiken Diskurs über die Bedeutung des Menschseins im Allgemeinen und im Besonderen bei Epiktet, der die deutlichste Parallele zum Römerbrief darstellt, herausgearbeitet. Diese Kontextualisierungen ermöglichen eine neue Lesart der Argumentation des Paulus im Römerbrief, in der die Relevanz dieser Traditionen aufgezeigt wird, nicht zuletzt im Hinblick darauf, wie Röm 12.
1-2 den Rahmen für Röm 12-15 bildet. Die Studie leistet somit einen Beitrag zum jüngsten wissenschaftlichen Trend, Paulus in antiken philosophischen Kontexten zu erforschen, und bringt die Diskussion über die Integration von Paulus' „Theologie“ und „Ethik“ innerhalb einer antiken kulturellen Enzyklopädie voran.