Bewertung:

Das Buch „Perfecting Sound Forever“ bietet einen tiefen Einblick in die Geschichte der Tonaufzeichnung und erforscht ihre technische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Musikindustrie. Der Autor, Greg Milner, verbindet technische Details mit fesselnden Erzählungen über Schlüsselfiguren und Ereignisse in der Tonaufnahme. Während das Buch für seine gründliche Recherche und seinen informativen Inhalt gelobt wird, empfanden einige Leser es als zu detailliert und gelegentlich mäandernd.
Vorteile:⬤ Umfassende und informative Recherchen über die Geschichte der Tonaufnahme.
⬤ Fesselnder Schreibstil, der technische Aspekte und kulturelle Auswirkungen miteinander verbindet.
⬤ Offenherzige Interviews, die persönliche Einblicke von Fachleuten aus der Branche bieten.
⬤ Empfehlenswert sowohl für Audiophile als auch für Gelegenheitsmusikliebhaber.
⬤ Bietet eine philosophische Perspektive auf die Entwicklung der aufgenommenen Musik.
⬤ Einige Leser fanden das Buch zu detailliert und langatmig, mit vielen Nebenschauplätzen.
⬤ Enger Fokus auf populäre Musik, weniger Aufmerksamkeit für klassische und Jazz-Genres.
⬤ Gelegentliche Ungenauigkeiten und fragwürdige technische Behauptungen beeinträchtigen die Glaubwürdigkeit.
⬤ Erfordert ein gewisses Maß an Vorwissen, um einige Verweise vollständig zu verstehen.
(basierend auf 45 Leserbewertungen)
Perfecting Sound Forever: An Aural History of Recorded Music
Im Jahr 1915 verkündete Thomas Edison, dass er einen Live-Auftritt aufzeichnen und perfekt wiedergeben könne. Das schockierte das Publikum, das nicht unterscheiden konnte, ob es sich um eine Edison-Diamantscheibe oder einen Musiker aus Fleisch und Blut handelte. Heute ist die Gleichung umgedreht. Während Edison vorschlug, eine echte Aufführung mit absoluter Perfektion nachzubilden, ermöglichen Pro Tools und digitale Sampler Musikern und Tontechnikern heute die Illusion von Aufführungen, die nie stattgefunden haben. Dazwischen liegt ein Jahrhundert der klanglichen Erforschung des Gleichgewichts zwischen dem Realen und dem Dargestellten.
Greg Milner zeichnet die Konturen dieser Geschichte nach und führt uns durch die großen Durchbrüche und glorreichen Misserfolge in der Kunst und Wissenschaft der Aufnahme. Ein amerikanischer Soldat, der die Funkübertragungen der Nazis überwacht, stößt auf das offene und doch revolutionäre Geheimnis des Magnetbands. Japanische und holländische Forscher entwickeln ein digitales Audioformat der ersten Generation und beobachten, wie ihre "Compact Disc" von der Musikindustrie als die Wiedergeburt Edisons vermarktet, von den Anhängern der analogen Technik jedoch als ketzerisch verspottet wird. Die Musikwelt wird in den neunziger Jahren süchtig nach Lautstärke und führt einen selbstzerstörerischen "Lautheitskrieg", um ihren Bedarf zu decken.
Von Les Paul über Phil Spector bis King Tubby, von Vinyl über Raubkopien bis hin zu iPods - Milners Perfecting Sound Forever nimmt die Musikgeschichte auseinander, um eine entscheidende Frage zu beantworten: Sollte eine Aufnahme die Realität so getreu wie möglich dokumentieren, oder sollte sie die Musik, die sie aufnimmt, verbessern oder irgendwie transzendieren? Die Antworten, die er findet, werden unser Denken über Musik grundlegend verändern.