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Persian Gardens and Pavilions: Reflections in History, Poetry and the Arts
Von Timurs Zelt in Samarqand über den Palast von Schah 'Abbas in Isfahan bis hin zu Humayuns Grabmal in Delhi ist der Pavillon seit seinem ersten Auftreten im achämenidischen Garten in Pasargadae im sechsten Jahrhundert v. Chr. ein fester Bestandteil der persischen Gärten. Mohammad Gharipour ordnet sowohl den Garten als auch den Pavillon in den historischen, literarischen und künstlerischen Kontext ein und hebt die Bedeutung des Pavillons hervor, die bei der Erforschung der historischen iranischen Architektur bisher übersehen wurde. Ausgehend von einer Untersuchung der Darstellungen von Gärten in religiösen Texten analysiert Gharipour, wie sich die Idee des Gartens vom Modell der vorislamischen Gärten im achämenidischen und sassanidischen Persien über seine Erwähnung im zoroastrischen Text Aban Yasht bis hin zu seiner zentralen Rolle als Paradies im Koran entwickelte. Gharipour fährt fort mit einer Untersuchung von Gärten und Pavillons in der persischen Dichtung und bietet eine eingehende Analyse ihrer wörtlichen und metaphorischen Werte.
In der Poesie bedeutender persischer Dichter wie Ferdowsi, Naser Khosrow, Sa'di, Rumi und Hafez stellt Gharipour fest, dass Gärten nicht nur wegen ihrer spirituellen Werte gepriesen werden, sondern auch einen bedeutenden symbolischen Wert in Bezug auf zeitlichen Reichtum und Macht besitzen. Persische Gärten und Pavillons untersucht dann den Garten und den Pavillon, wie er sich in der persischen Miniaturmalerei, in Skulpturen und Teppichen sowie in Berichten von Persienreisenden widerspiegelt. Mit Meistern wie Bizhad, die das alltägliche Leben darstellen, aber auch mit der eher mystischen Prosa und Poesie, zum Beispiel in Sa'dis Bustan (Der Obstgarten) und Golestan (Der Rosengarten), haben Garten und Pavillon eine entscheidende semiotische Bedeutung und kulturelle Aussagekraft. Darüber hinaus verweisen sie aber auch auf historische Muster des Mäzenatentums und der Besitzverhältnisse, die im diplomatischen und gesellschaftlichen Leben der königlichen Höfe Persiens von zentraler Bedeutung waren. Gharipour hebt dabei die metaphorischen, spirituellen, symbolischen und religiösen Aspekte von Gärten ebenso hervor wie ihre eher materialistischen und wirtschaftlichen Funktionen.
Dieses Buch reicht zurück in die reiche Geschichte Persiens, um die materiellen und psychologischen Beziehungen zwischen Menschen, Pavillons und Gärten zu erforschen, und wird eine wertvolle Quelle für Kunstgeschichte, Architektur und Iranistik sein.