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Person-centred Primary Care: Searching for the Self
Die Primärversorgung, die auf der Bereitstellung einer kontinuierlichen, umfassenden und personenzentrierten Pflege beruht, ist für die Bereitstellung einer zugänglichen und wirksamen Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt von überragender Bedeutung. Der zentrale Gedanke der personenzentrierten Pflege beruht jedoch auf häufig nicht hinterfragten Konzepten des Selbst bzw. des Verständnisses davon, was es bedeutet, eine Person und ein Akteur zu sein. Dieses hochmoderne Buch untersucht den zeitgenössischen Druck auf das Selbstverständnis von Patienten und Angehörigen der Gesundheitsberufe im Rahmen einer Konsultation und vertritt die Auffassung, dass die Entwicklung neuer Konzepte des Selbst unerlässlich ist, wenn wir den zentralen Grundsätzen der personenzentrierten Primärversorgung neue Impulse verleihen wollen.
Zeitgenössische Trends wie die gemeinsame Entscheidungsfindung von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten und die Förderung des Selbstmanagements gehen davon aus, dass die Beteiligten in der Lage sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. In der Praxis entscheidet sich die Medizin jedoch häufig für eine reduktionistische Sichtweise, die Patienten als passive mechanische Systeme und Krankheiten als Rätsel betrachtet. Gleichzeitig bedeuten die enormen politischen und organisatorischen Veränderungen, dass Zeit und Ressourcen knapp sind, was den Druck auf die Beratungen weiter erhöht. In diesem Buch wird erörtert, wie wir beginnen können, diese Spannungen zu lösen. Der erste Teil befasst sich mit den Problemen, die sich aus der zunehmenden Bürokratisierung der Primärversorgung ergeben, mit den Auswirkungen der Informationstechnologie in der Sprechstunde, mit den Auswirkungen chronischer Krankheiten auf unser Selbstverständnis und mit der Frage, wie eine Betonung der Biologie gegenüber der Biografie zu Überdiagnosen führt. Im zweiten Teil werden Lösungen vorgeschlagen, die auf einer starken Ontologie des Bewusstseins, auf Konzepten der schöpferischen Fähigkeit, der Kohärenz und des Engagements beruhen, und es wird gezeigt, wie diese das Selbstwertgefühl von Patienten und Ärzten stärken und ihren therapeutischen Dialog fördern können.
Dieser Sammelband verbindet theoretische Perspektiven aus der Philosophie, der Soziologie und der Gesundheitsforschung mit Erkenntnissen aus der klinischen Praxis und eignet sich für alle, die im Bereich der medizinischen Grundversorgung, der Kommunikation und der Beziehungen in der Heilkunde forschen und studieren.