
Philo-Semitic Violence: Poland's Jewish Past in New Polish Narratives
Philo-Semitische Gewalt: Polens jüdische Vergangenheit in neuen polnischen Erzählungen befasst sich mit der wachsenden Popularität philo-semitischer Gewalt in Polen zwischen der Enthüllung der polnischen Beteiligung am Holocaust im Jahr 2000 und der autoritären Wende 2015. Elżbieta Janicka und Tomasz Żukowski untersuchen Phänomene, die als "neue Öffnung in den polnisch-jüdischen Beziehungen" bezeichnet werden und von denen angenommen wird, dass sie auf soziokulturelle Veränderungen und die posthume Einbeziehung derjenigen, die antisemitischer Gewalt ausgesetzt waren, zurückzuführen sind.
Die Autoren untersuchen die Bedingungen dieser Einbeziehung, deren Gegenstand eine imaginierte kollektive jüdische Figur ist. Unterschiedliche Schöpfer und Medien, dieselben freundlichen Absichten, dieselbe herzliche Aufnahme über Klassen- und politische Unterschiede hinweg, unabhängig von Geschlecht und Alter. Die maßgeschneiderte jüdische Figur bestätigt und legitimiert das Narrativ der Mehrheit - insbesondere über die polnischen Haltungen und Verhaltensweisen während des Holocausts.
Die dadurch ermöglichten philo-semitischen Gefühle lassen die dominante Gruppe in Baudrillards retrospektiven Halluzinationen schwelgen. Die Folge: Aggressionen gegen jeden, der es wagt, die narzisstische Selbstinszenierung zu unterbrechen.
Dieses Buch entlarvt das polnische ethnoreligiöse Identitätsregime, das die Sorge um das kollektive Bild gegenüber der Realität privilegiert. Die Untersuchung der Autoren zeigt, wie Muster von Ausgrenzung und Gewalt reproduziert werden, wenn Antisemitismus - mit seinen christlichen Quellen und seiner gemeinschaftsbildenden Funktion - nicht offen problematisiert, neu bewertet und im Lichte seiner Folgen und des Grundprinzips der Gleichberechtigung abgelehnt wird.