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Physics and Philosophy
"Es gibt keine eloquentere, interessantere und überzeugendere Darstellung dessen, was man Wissenschaft der Philosophie nennen kann, als die von Sir James Jeans." - (The New York Times)
Können wir etwas anderes über die Welt außerhalb von uns wissen, als wir mit den Methoden der Wissenschaft erlangen? Sind wir Menschen mit einem freien Willen ausgestattet, oder sind wir nur Rädchen in einer riesigen Maschine, die ihrem vorbestimmten Lauf folgen muss, bis sie schließlich zusammenbricht? Ist die Welt, die wir wahrnehmen, die Welt der ultimativen Realität, oder ist sie nur ein Vorhang, der eine tiefere Realität dahinter verhüllt?
In diesem auffallend klaren und oft poetischen Buch setzt sich einer der größten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts mit diesen uralten Fragen auseinander, wobei ihm eine brillante und untechnische Darstellung der Wechselbeziehung zwischen Physik und Philosophie gelingt. Er beginnt mit einer Definition von Physik und Philosophie und weist auf den Unterschied in ihren jeweiligen Versuchen hin, die physikalische Realität und den Platz des Menschen in ihr zu erklären. Diese Diskussion ebnet den Weg für einen Abriss der erkenntnistheoretischen Methoden, in dem der Rationalismus von Denkern wie Descartes, Leibniz und Kant mit dem Empirismus von Locke und Hume verglichen wird.
Im Laufe des Buches trägt Jeans auf sorgfältige und methodische, aber nie langweilige Weise die Beweise für seine verblüffende Schlussfolgerung zusammen: Jüngste Entdeckungen in der Astronomie, Mathematik, subatomaren Physik und anderen Disziplinen haben die wissenschaftliche Grundlage vieler älterer philosophischer Diskussionen weggespült. Seit langem bestehende Probleme wie Kausalität, freier Wille und Determinismus, die Natur von Raum und Zeit, Materialismus und Mentalismus müssen im Lichte der neuen Erkenntnisse und Informationen, die die physikalische Wissenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts gewonnen hat, neu betrachtet werden. Jahrhunderts erlangt wurden. Doch selbst dann warnt Jeans davor, positive Schlussfolgerungen zu ziehen, indem er darauf hinweist, dass sowohl die Physik als auch die Philosophie noch relativ jung sind und dass wir, um es mit den Worten Newtons zu sagen, immer noch wie Kinder sind, die mit Kieselsteinen am Meeresufer spielen, während der große Ozean der Wahrheit unerforscht außerhalb unserer Reichweite liegt.
Obwohl es 1943 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, hat sich in der Physik nichts getan, um Jeans' Darstellung in diesem Buch zu beeinflussen; sie bleibt bemerkenswert frisch und undatiert, eine klassische Darstellung der philosophischen Implikationen wissenschaftlicher Erkenntnisse.