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Plastic Capitalism: Contemporary Art and the Drive to Waste
Ein Argument für die zentrale Bedeutung der visuellen Kultur des Abfalls - wie sie in den Werken internationaler zeitgenössischer Künstler zu sehen ist - für die Untersuchung unseres ökologischen Zustands.
Die ökologische Krise hat zeitgenössische Künstler dazu veranlasst, sich mit Abfall in seinen biologisch nicht abbaubaren Formen auseinanderzusetzen: Plastik, Elektroschrott, Giftmüll, hermetisch in Deponien versiegelter Müll. In diesem provokanten und originellen Buch bringt Amanda Boetzkes die zunehmende Visualisierung von Abfall in der zeitgenössischen Kunst mit dem Aufstieg der globalen Ölwirtschaft und dem Aufkommen eines ökologischen Denkens in Verbindung. Wenn Kunst in Bezug auf das politische, wissenschaftliche oder ökologische Klima analysiert wird, wird sie oft nur als illustrativ betrachtet. Boetzkes argumentiert, dass Kunst konstitutiv für ein ökologisches Bewusstsein ist und nicht nur eine Erweiterung desselben. Die visuelle Kultur des Abfalls ist von zentraler Bedeutung für die Untersuchung des ökologischen Zustands.
Boetzkes untersucht eine Reihe von Werken international bekannter Künstler, darunter Thomas Hirschhorn, Francis Alÿ.
S, Song Dong, Tara Donovan, Agn s Varda, Gabriel Orozco und Mel Chin, um nur einige zu nennen, und zeichnet den Weg der Abfallkunst von ihren modernistischen Ursprüngen bis zur Entwicklung eines neuen Abfall-Imaginärs durch zeitgenössische Künstler nach. Boetzkes argumentiert, dass diese Künstler keine vorhersehbare oder leichtfertige Kritik an der Konsumkultur üben. Vor diesem Hintergrund untersucht sie die ambivalente Beziehung zwischen Abfall (der sowohl ästhetisiert als auch geschmäht wird) und einem globalen Wirtschaftssystem, das die Energieausgaben einschränkt und gleichzeitig profitable Formen des Ressourcenverbrauchs fördert.