
Poetics of Palliation: Romantic Literary Therapy, 1790-1850
Kann Literatur heilen? The Poetics of Palliation vertritt die These, dass unsere Antworten auf diese Frage ihren Ursprung in der Romantik haben. In den letzten zwanzig Jahren haben sich Gesundheitshumanisten und Literatur- und Medizinwissenschaftler auf die Ideen der Romantik berufen, um zu argumentieren, dass Literatur heilt, indem sie die Leidenden wieder gesund macht.
Doch dieses Modell vereinfacht die Art und Weise, wie die Romantiker das Leiden in der Literatur behandelten, zu stark. Poetics dokumentiert, wie Schriftsteller wie William Wordsworth und Mary Shelley palliative Formen der literarischen Medizin erforschten: Therapien, die die vielfältige Beziehung der Literatur zum Schmerz betonten und ihre Kraft, zu unterstützen, zu trösten und herauszufordern, selbst wenn eine Heilung nicht möglich war. Das Buch zeigt, wie die Schriftsteller der Romantik diese palliative Poetik im Dialog mit ihrem medizinischen Milieu entwickelten.
Die britische Medizinethik wurde erstmals während der Romantik kodifiziert. Ihre wichtigsten Autoren, John Gregory und Thomas Percival, befürworteten ein palliatives Mandat, um die begrenzten Heilungskräfte der Ärzte zu kompensieren.
In ähnlicher Weise bemühten sich die Schriftsteller der Romantik um palliative Ansätze, wenn sie mit ihrer Arbeit keine eindeutigen kurativen Ziele erreichen konnten. Die verblüffende Vielfalt ihrer Ergebnisse verdeutlicht, dass die Palliation einen umfassenderen Maßstab für die literarische Therapie bietet als die kurativen Traditionen, die wir von der Romantik geerbt haben.