
Political Grammars: The Unconscious Foundations of Modern Democracy
Müssen wir ein Volk, populus, sein, um die Demokratie anzunehmen und in Frieden zusammenzuleben? Wenn ja, was ist ein "populus"? Ist es per Definition eine Nation? Was genau verstehen wir unter Nationalität? In diesem Buch greift Davide Tarizzo das Problem der modernen demokratischen, liberalen Völker auf - wie kann man sie definieren, wie kann man ihre Invarianz im Laufe der Zeit erklären und wie kann man ein Volk von einem anderen unterscheiden.
Konkret schlägt Tarizzo vor, dass Jacques Lacans Theorie des Subjekts es uns ermöglicht, klar zwischen dem Begriff der persönlichen Identität und dem Begriff der Subjektivität zu unterscheiden, und dass genau diese Unterscheidung entscheidend ist, um das Wesen von Nationen zu verstehen, deren Sinn für Nationalität nicht auf einer selbstverständlichen Identität oder einer vorher existierenden kulturellen oder ethnischen Homogenität zwischen Individuen beruht. Tarizzo entwickelt eine Argumentation über die Entstehung und den Aufstieg moderner Völker, die sich auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 als Beispiele stützt, und führt das Konzept der politischen Grammatik ein - ein Begriff, der die Bedingungen der politischen Subjektivierung bezeichnet, die die Verkündung eines entstehenden Wir ermöglichen.
Die Demokratie, so argumentiert Tarizzo, gedeiht, wenn die Öffnung zwischen Subjektivität und Identität aufrechterhalten wird. Und in der Tat kann, wie er überzeugend darlegt, je nach der politischen Grammatik, die am Werk ist, Demokratie produktiv als ein Prozess der nie endenden Erholung von einem Mangel an klarer nationaler Identität wahrgenommen werden.