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Political Fallout: Nuclear Weapons Testing and the Making of a Global Environmental Crisis
Political Fallout ist die Geschichte einer der ersten vom Menschen verursachten, wirklich globalen Umweltkrisen - radioaktiver Niederschlag von Kernwaffentests während des Kalten Krieges - und der internationalen Reaktion darauf. Zu Beginn des Jahres 1945 zündeten die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die Sowjetunion Hunderte von Atomwaffen in der Atmosphäre und verbreiteten dabei eine enorme Menge an Radioaktivität über den gesamten Globus.
Das Ausmaß der Kontamination war so gewaltig und der radioaktive Zerfall so langsam, dass die kumulativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt immer noch schwer zu erfassen sind. Die internationale Debatte über den nuklearen Fallout machte die weltweite radioaktive Verseuchung zu einem Umweltthema und führte schließlich dazu, dass die nuklearen Supermächte 1963 den bahnbrechenden Teilteststoppvertrag (PTBT) unterzeichneten. Toshihiro Higuchi bringt Umweltgeschichte und die Geschichte des Kalten Krieges zusammen und argumentiert, dass der PTBT, der ursprünglich als Rüstungskontrollmaßnahme vorgeschlagen wurde, sich zu einer Initiative mit doppeltem Zweck entwickelte, um das nukleare Wettrüsten und die radioaktive Verseuchung gleichzeitig einzudämmen.
Higuchi stützt sich auf englische, russische und japanische Quellen und betrachtet sowohl die epistemischen Unterschiede, die sich in den 1950er Jahren in verschiedenen wissenschaftlichen Gemeinschaften herausbildeten, als auch die Art und Weise, wie das öffentliche Bewusstsein über die Risiken des radioaktiven Niederschlags die Politik beeinflusste. Political Fallout befasst sich mit den Auswirkungen von Wissenschaft und Politik im Anthropozän - einer Ära, in der die Menschen mit selbstgemachten Umweltveränderungen konfrontiert sind.