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Political Protest in Contemporary Africa
Von gesprühten Slogans im Senegal bis hin zu Studentenunruhen in Südafrika hat Afrika im einundzwanzigsten Jahrhundert eine Explosion von Protesten und sozialen Bewegungen erlebt.
Aber warum? Proteste gedeihen inmitten einer aufstrebenden Mittelschicht, deren Mitglieder nach politischem Einfluss streben und über das Geld, die Bildung und die politische Autonomie verfügen, um Bewegungen für eine demokratische Erneuerung wirksam in Gang zu setzen. Im Gegensatz zu den Anführern der Pro-Demokratie-Proteste leben die einfachen Demonstranten am Existenzminimum und sind eher durch materielle Sorgen motiviert als durch Beschwerden gegen ein herrschendes Regime.
Anhand umfangreicher Feldforschungen zeigt Lisa Mueller, dass politische Beschwerden aus der Mittelschicht dazu beitragen, den Zeitpunkt der Proteste zu erklären, während materielle Beschwerden aus der Unterschicht die Teilnahme erklären. Durch die Anpassung einer klassenbasierten Analyse an afrikanische Fälle, bei denen oft angenommen wird, dass die Klassenzugehörigkeit irrelevant ist, liefert Lisa Mueller eine rigorose und dennoch zugängliche Erklärung dafür, warum es in Afrika südlich der Sahara in einer Zeit des scheinbaren wirtschaftlichen Wohlstands zu Unruhen gekommen ist.