
Popular Culture and the Shaping of Holocaust Memory in America
Der Holocaust fand weit entfernt von den Vereinigten Staaten statt und betraf nur wenige Amerikaner. Dennoch ist dieses Ereignis nicht in den Hintergrund getreten, sondern hat im Laufe der Zeit eine größere Bedeutung im amerikanischen Bewusstsein erlangt.
Hollywood-Filme sind ein besonders leuchtendes Beispiel für den Prozess der Aneignung des Holocausts in der amerikanischen Kultur. Popular Culture and the Shaping of Holocaust Memory in America untersucht die Reaktionen auf drei Filme: Das Urteil in Nürnberg (1961), Der Pfandleiher (1965) und Schindlers Liste (1992), und untersucht, was diese Reaktionen über den Stellenwert des Holocaust im amerikanischen Bewusstsein aussagen und wie diese Filme die populäre Wahrnehmung des Holocausts geprägt haben. Außerdem wird der Unterschied zwischen der Rezeption der beiden früheren Filme bei ihrem Erscheinen in den 1960er Jahren und der rückblickenden Bewertung dieser Filme in der heutigen Zeit untersucht.
Alan Mintz befasst sich auch mit der Frage, wie die Amerikaner die Erinnerung an den Holocaust in Zukunft gestalten werden, und schließt mit Beobachtungen zu den Möglichkeiten und Grenzen dessen, was sich als wichtigste Ressource für die Gestaltung der Erinnerung an den Holocaust herauskristallisiert - aufgezeichnete Zeugenaussagen von Überlebenden. Popular Culture and the Shaping of Holocaust Memory in America untersucht einige der Einflüsse, die hinter den weitreichenden und tiefgreifenden Veränderungen des amerikanischen Bewusstseins und den sozialen Kräften stehen, die es dem Holocaust ermöglichten, von den Rändern ins Zentrum des amerikanischen Diskurses zu rücken.