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Post-Postmodernism: Or, the Cultural Logic of Just-In-Time Capitalism
Post-Postmoderne beginnt mit einer einfachen Prämisse: Wir leben nicht mehr in der Welt der "Postmoderne", die Fredric Jameson 1984 berühmt als "die kulturelle Logik des Spätkapitalismus" bezeichnete.
Dieses Buch ist jedoch weit davon entfernt, einen einfachen Schritt "jenseits" der Postmoderne seit den 1980er Jahren aufzuzeigen. Vielmehr argumentiert es, dass wir in den letzten Jahrzehnten eine Intensivierung des postmodernen Kapitalismus erlebt haben, eine zunehmende Sättigung der wirtschaftlichen Sphäre mit ehemals unabhängigen Segmenten des kulturellen Alltagslebens.
War "Fragmentierung" das bevorzugte Schlagwort des postmodernen Amerikas, so ist "Intensivierung" die vorherrschende kulturelle Logik unserer heutigen Zeit. Post-Postmodernism untersucht eine große Bandbreite kultureller Texte - vom klassischen Rock von Black Sabbath bis zum Post-Marxismus von Antonio Negri, von Überlegungen zur Unternehmensuniversität bis zum Kinobesuch, von der Lektüre experimenteller Literatur bis zum Glücksspiel in Las Vegas, von Badiou bis zum Grundstudium. Da kulturelle Bereiche aller Art zunehmend von den Sprachen und Praktiken der Ökonomie überkodiert werden, versucht Nealon, eine Genealogie der amerikanischen Gegenwart zu konstruieren und ein Vokabular zum Verständnis der Beziehungen zwischen wirtschaftlicher Produktion und kultureller Produktion heute aufzubauen - wo der Kapitalismus amerikanischer Prägung trotz seiner jüngsten Erschütterungen noch lange nicht überholt zu sein scheint.
Der post-postmoderne Kapitalismus kommt selten zu spät, aber immer gerade noch rechtzeitig. Als solcher erfordert er ein aktualisiertes konzeptionelles Vokabular, um unsere veränderte Situation zu diagnostizieren und auf sie zu reagieren.