
Post-Yugoslav Constellations: Archive, Memory, and Trauma in Contemporary Bosnian, Croatian, and Serbian Literature and Culture
Die Erinnerung auf dem Balkan wurde oft als verbindlich, autoritär und nicht verhandelbar beschrieben und diente als Banner des Krieges. Dieses Buch stellt eine solche eindimensionale Darstellung in Frage und bietet eine nuanciertere Analyse, die häufig ignorierte Fälle von transnationaler Solidarität, Dialog, gemeinschaftlicher Trauer und Aufarbeitung einer schwierigen Vergangenheit berücksichtigt.
Das Buch untersucht ein breites Spektrum von Gedenkpraktiken und konzentriert sich auf die Art und Weise, wie das kulturelle Gedächtnis durch Literatur und Kunst im ehemaligen Jugoslawien vermittelt, aufgeführt und kritisch aufgearbeitet wird. Im Gegensatz zum methodologischen Nationalismus von Werken, die die serbische, kroatische oder bosniakische Kultur als in sich geschlossen betrachten, untersucht dieses Buch die postjugoslawische Literatur, den Film, die visuelle Kultur und politisierte Kunstpraktiken aus einem supranationalen Blickwinkel.
Der Band konzentriert sich nicht nur auf traumatische Erinnerungen, sondern untersucht auch, wie postjugoslawische kulturelle Praktiken die Erinnerung für eine Politik der Hoffnung mobilisieren, und geht damit über das Trauma-Paradigma hinaus, das die Gedächtnisforschung immer noch dominiert. In seinem Umfang und Ansatz zeigt das Buch die Relevanz des kulturellen Gedächtnisses osteuropäischer Bürger und den Beitrag, den sie zum Aufbau eines gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses und einer transnationalen Identität in Europa leisten können.