
Postcolonial Paris: Fictions of Intimacy in the City of Light
In der globalen Vorstellung ist Paris das glamouröse Zentrum der Stadt, wobei die muslimischen Einwohner in den Außenbezirken außer in Momenten spektakulärer Krisen wie Terroranschlägen oder Unruhen ignoriert werden. Doch die kolonialen Einwanderer und ihre französischen Nachkommen sind seit den 1940er Jahren ein wichtiger Bestandteil der Pariser Landschaft.
Laila Amine erweitert den engen Rahmen dessen, was und wer Paris ist, und untersucht die Romane, Filme und Straßenkunst von Maghrebinern, Franko-Arabern und Afroamerikanern in der Stadt des Lichts, darunter Romane von Charef, Chrabi, Sebbar, Baldwin, Smith und Wright sowie Filme wie La haine, Made in France, Chouchou und A Son. Amine, die die Jahrzehnte von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart umspannt, zeigt, dass der postkoloniale Andere sowohl am Rande steht als auch eng mit all den Idealen verwoben ist, die das französische Kapital so berühmt gemacht hat - Romantik, Modernität, Gleichheit und Freiheit.
In ihrem Werk haben postkoloniale Schriftsteller und Künstler diese Ideale den kolonialen Tropen der Intimität (das gemischtrassige Paar, der Harem, der arabische Queer) gegenübergestellt, um deren verborgene Gewalt aufzudecken. Amine beleuchtet das Eindringen der Rasse in den Alltag eines Landes, in dem sie offiziell nicht existiert.