Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche Untersuchung der Auswirkungen des Jugendstrafsystems auf schwarze Männer und stützt sich auf historische Forschungsergebnisse, die auch heute noch relevant sind. Es wird für seinen informativen Inhalt und seine aussagekräftige Forschung gelobt.
Vorteile:⬤ Informativ und interessant
⬤ gut recherchiert
⬤ relevant für aktuelle gesellschaftliche Themen
⬤ eine Pflichtlektüre zum Verständnis systemischer Ungerechtigkeiten.
Einige historische Bezüge mögen nicht bei allen Lesern Anklang finden; der Schwerpunkt liegt auf einem bestimmten geografischen Kontext (New York).
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Presumed Criminal: Black Youth and the Justice System in Postwar New York
Eine erschreckende Untersuchung der vorsätzlichen Kriminalisierung schwarzer Jugendlicher von den 1930er Jahren bis heute
Zwischen den Erfahrungen schwarzer und weißer Jugendlicher im Justizsystem besteht heute ein krasses Missverhältnis. Schwarze Jugendliche werden als älter und weniger unschuldig wahrgenommen als ihre weißen Altersgenossen. Wenn es um die Inhaftierung geht, übertrumpft Ethnie die Klasse, und selbst wenn schwarze Jugendliche ihre eigenen Erfahrungen mit den Strafvollzugsbehörden artikulieren, sind viele Amerikaner immer noch überrascht von den Ungleichheiten, die sie weiterhin ertragen müssen. In diesem aufschlussreichen Buch bringt Carl Suddler eine viel längere Geschichte der Politiken und Strategien ans Licht, die das Leben schwarzer Jugendlicher auf unbestimmte Zeit an das Justizsystem binden.
Die Kriminalisierung schwarzer Jugendlicher ist untrennbar mit ihren rassistischen Ursprüngen verbunden. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts begann das Justizsystem der Vereinigten Staaten, sich auf Bestrafung statt auf Rehabilitation zu konzentrieren. Als die Bundesregierung begann, sich mit dem Problem der Jugendkriminalität zu befassen, verlagerte das Jugendstrafsystem seine Prioritäten von der Rettung straffälliger Jugendlicher auf die reine Verbrechensbekämpfung, und schwarze Jugendliche trugen die Hauptlast dieses Übergangs.
In New York City führte die zunehmende staatliche Überwachung überwiegend schwarzer Gemeinden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Anstieg der Verhaftungsraten und lieferte eine Rechtfertigung für eine Politik der harten Gangart gegen die Kriminalität. Fragwürdige Polizeipraktiken wie "stop-and-frisk" (Anhalten und Durchsuchen) in Verbindung mit Sensationsmeldungen in den Medien festigten die Überzeugung, dass vor allem schwarze Jugendliche Anlass zur Sorge gaben. Schon vor dem "War on Crime" war klar, was auf dem Spiel stand: Ethnie würde weiterhin die entscheidende Determinante in der amerikanischen Vorstellung von Kriminalität und Straffälligkeit sein, und schwarze Jugendliche, die mit dem Stigma der Kriminalität behaftet waren, würden weiterhin mit der überwältigenden Macht des Staates konfrontiert sein.