Bewertung:

Das Buch ist ein bedeutendes und gut recherchiertes Werk über den kirchlichen Zölibat, das umfassende Einblicke in ein schwieriges Thema bietet. Es liefert eine überzeugende Argumentation, die die Wertschätzung für den klerikalen Zölibat vertieft und gleichzeitig Kritiker herausfordert, sich mit seinem gut ausgearbeiteten Inhalt auseinanderzusetzen.
Vorteile:⬤ Ein Meilenstein auf seinem Gebiet, der eine immense Forschungsleistung vorweist.
⬤ Beherrschung der biblischen, patristischen und theologischen Quellen.
⬤ Irenischer Ton und sorgfältige Argumentation.
⬤ Bietet hervorragende Einblicke und eine tiefere Wertschätzung für den kirchlichen Zölibat.
⬤ Ermutigt zum Dialog zwischen verschiedenen Traditionen, insbesondere zwischen östlichen und westlichen Praktiken.
Einige mögen argumentieren, dass das Buch nicht ausreichend auf die Kritik am Pflichtzölibat eingeht, oder es für diejenigen, die das Konzept ablehnen, schwierig finden, sich damit auseinanderzusetzen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Priestly Celibacy
Papst Franziskus hat den Pflichtzölibat der Priester als "Geschenk für die Kirche" bezeichnet, fügte aber hinzu: "Da er kein Dogma ist, steht die Tür für Änderungen immer offen". Da diese kirchliche Disziplin weiterhin diskutiert wird, ist es für Katholiken wichtig, sich mit den theologischen und nicht nur pragmatischen Gründen für ihre Beibehaltung auseinanderzusetzen. Priesterlicher Zölibat: Theological Foundations füllt daher eine kritische Lücke in der gegenwärtigen theologischen Literatur zu diesem wichtigen Thema des kirchlichen Dienstes und Lebens und trägt auch dazu bei, die eher unterentwickelte Theologie des priesterlichen Zölibats voranzubringen.
Eine Durchsicht der zeitgenössischen Literatur zeigt, dass es zahlreiche Werke über die Geschichte, Soziologie, Psychologie und Spiritualität des priesterlichen Zölibats gibt. Eine Theologie im eigentlichen Sinne wurde jedoch kaum angeboten. Dieses Buch wird die Leser über die bisherigen theologischen Überlegungen aufklären und gleichzeitig eine auf der Eucharistie basierende Theologie des Zölibats vorschlagen, die den priesterlichen Zölibat von allgemeinen Theologien des Zölibats oder der Jungfräulichkeit unterscheidet.
Pater Gary Selin legt eine systematische Theologie des priesterlichen Zölibats vor, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung des dreifachen Schemas des priesterlichen Zölibats liegt, d. h. seiner christologischen, ekklesiologischen und eschatologischen Dimension. Der Band beginnt mit einer Zusammenfassung der biblischen Grundlagen der klerikalen Enthaltsamkeit und des Zölibats und gibt dann einen Überblick über die Entwicklung der Disziplin in der lateinischen Kirche von der patristischen Ära bis zum 20. Jahrhundert, wobei auch die entstehende Theologie, die dieser Praxis zugrunde liegt, nachgezeichnet wird. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils, Pauls VI. und der nachfolgenden lehramtlichen Texte, die durch die dreifache Dimension des Zölibats erläutert werden. Die letzten beiden Kapitel bestehen aus Selins originellem Beitrag zur Diskussion, insbesondere in Form verschiedener Vorschläge für eine systematische Theologie des priesterlichen Zölibats, von denen sich jeder um die Eucharistie als Interpretationsschlüssel dreht. Diese Vorschläge sollten zu weiteren Debatten und Entwicklungen in diesem aktuellen theologischen Bereich anregen.