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Projections of Passing: Postwar Anxieties and Hollywood Films, 1947-1960
Ein zentrales Anliegen im Amerika der Nachkriegszeit war die Frage: "Wer gibt sich als wer aus? "Die Analyse der Darstellung des Passings in Hollywood-Filmen zeigt die sich wandelnden kulturellen Vorstellungen von Authentizität und Identität in einem Land, das sich von einem heißen Krieg erholt und auf einen kalten Krieg zubewegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Passing zu einem wichtigen Thema in Hollywood-Filmen, das sich durch die langen 1950er Jahre zog, da es zu einer Metapher wurde, um Nachkriegsängste auszudrücken.
Die starke, imaginierte Angst vor dem Passing verknüpfte die Sprache und die Ängste der Identität mit anderen Nachkriegsproblemen, einschließlich der kulturellen Besessenheit von Bedrohungen von innen. Das Passing schuf ein erkenntnistheoretisches Rätsel, das alle Formen der Identität zu destabilisieren drohte, nicht nur die seit langem bestehende amerikanische Farbgrenze zwischen Weiß und Schwarz. In den imaginativen Ängsten der amerikanischen Nachkriegszeit war die Identität an allen Fronten bedroht. Es gab nicht nur Schwarze, die als Weiße durchgingen, sondern auch Frauen, die als Männer durchgingen, Schwule, die als Heteros durchgingen, Kommunisten, die als gute Amerikaner durchgingen, Juden, die als Nichtjuden durchgingen, und sogar Aliens, die als Menschen durchgingen (und umgekehrt).
Ängste vor kommunistischer Unterwanderung, der Invasion von Außerirdischen, dem Zusammenbruch von Geschlechter- und Sexualkategorien, rassischer Zweideutigkeit und Rassenmischung fanden ihren Weg in Filme, die das Thema „Passing“ behandelten. N. Megan Kelley zeigt, dass diese Filme genreübergreifend sind, und bespricht unter anderem Gentleman's Agreement, Home of the Brave, Pinky, Island in the Sun, My Son John, Invasion of the Body-Snatchers, I Married a Monster from Outer Space, Rebel without a Cause, Vertigo, All about Eve und Johnny Guitar.
Die Darstellung des Passings ermöglichte es den Amerikanern, ihren Ängsten darüber Ausdruck zu verleihen, wer sie waren und wie sie sich ihre Nachbarn vorstellten. Projections of Passing zeigt, wie weit verbreitet die Angst vor dem Passing war und wie sie sich auf praktisch jede Facette der Identität erstreckte, und erweitert damit die Literatur über das Passing auf grundlegende Weise. Es eröffnet auch wichtige Gegenerzählungen über das Nachkriegsamerika und darüber, wie sich die Sprache der Identität in dieser kritischen Periode der amerikanischen Geschichte entwickelte.