Bewertung:

Das Buch erforscht die Psychologie der Macht und die Dynamik des Kolonialismus, wobei der Schwerpunkt auf der Institution der Sklaverei und den komplexen Beziehungen zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten liegt. Unter Verwendung psychoanalytischer Konzepte untersucht Mannoni die Mentalität hinter der Kolonisierung und ihre Auswirkungen auf beide Gruppen, wobei er Themen wie Abhängigkeit und Schuld hervorhebt.
Vorteile:Das Buch gilt als Klassiker der Kolonialismusforschung und bietet tiefe Einblicke in die Psychologie der Macht und des Kolonialismus. Es wird für seine Erforschung der komplexen Beziehung zwischen Herr und Sklave und seine Bedeutung für das Verständnis historischer Fragen des Rassismus und der Machtdynamik gelobt. Der Text ist von literarischen Werken beeinflusst, was der Analyse zusätzliche Tiefe verleiht.
Nachteile:Einige Leser halten Mannonis Konzept des „Abhängigkeitskomplexes“ und seine Argumente zu den psychologischen Beweggründen der Kolonisierung für fragwürdig oder zweifelhaft. Sein starker Rückgriff auf die Freudsche Psychoanalyse könnte nicht bei allen Lesern Anklang finden, und einige könnten das Gefühl haben, dass die vorgestellten Theorien komplexe historische Ereignisse zu sehr vereinfachen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Prospero and Caliban: The Psychology of Colonization
In seinem inzwischen klassischen Werk Prospero und Caliban berichtet Octave Mannoni aus erster Hand über einen Aufstand in Madagaskar im Jahr 1948, der zu einer der blutigsten Episoden kolonialer Unterdrückung auf dem afrikanischen Kontinent führte.
In Prospero und Caliban entwirft Mannoni den Begriff des „Abhängigkeitskomplexes“, für den sein Buch seither sowohl in der psychoanalytischen als auch in der anthropologischen Literatur in Erinnerung geblieben ist und breit diskutiert wurde. Prospero und Caliban war eines der ersten Bücher, das die traditionellen Ansätze westlicher Kolonisatoren und Anthropologen zur Erforschung der Gesellschaften der amerikanischen Ureinwohner in Frage stellte, und Mannoni ist heute für seine enge Zusammenarbeit mit dem französischen Psychoanalytiker Lacan und seinen Einfluss auf diesen bekannt.
Der renommierte Anthropologe Maurice Bloch hat ein aussagekräftiges und kritisches Vorwort zur englischen Übersetzung verfasst, das es dem Leser ermöglicht, Mannonis einzigartiges Werk in seinem historischen und intellektuellen Kontext zu betrachten.