
Psychic Investigators: Anthropology, Modern Spiritualism, and Credible Witnessing in the Late Victorian Age
Psychic Investigators untersucht die Auseinandersetzung der britischen Anthropologie mit der modernen spiritistischen Bewegung in der späten viktorianischen Ära. Efram Sera-Shriar argumentiert, dass die Debatten über die Existenz von Geistern und übersinnlichen Kräften im Mittelpunkt der anthropologischen Diskussionen über den menschlichen Glauben standen.
Er konzentriert sich auf die Bedeutung glaubwürdiger Zeugnisse von Geistern und übersinnlichen Phänomenen in den Schriften von Anthropologen wie Alfred Russel Wallace, Edward Burnett Tylor, Andrew Lang und Edward Clodd. Das Buch befasst sich mit wichtigen Themen wie der historischen Beziehung zwischen Wissenschaft und Religion, der Geschichte der wissenschaftlichen Beobachtung und der Entstehung des Teilgebiets der Religionsanthropologie in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.
Für Säkularisten wie Tylor und Clodd stellte der Spiritismus ein großes Hindernis bei der Begründung der Legitimität der Animismustheorie dar: ein zentrales theoretisches Prinzip der Anthropologie, das auf dem Glauben der „primitiven Kulturen“ beruhte, dass Geister die Welt belebten und dass dieser Glaube die Grundlage aller religiösen Paradigmen darstellte. Diese nuancierte Untersuchung der viktorianischen Anthropologie macht deutlich, dass sich Argumente, die Geister oder übersinnliche Kräfte betrafen, in der Regel um Fragen des Beweises oder des Mangels an Beweisen drehten und nicht um Glauben, Überzeugungen oder Unglauben.