
Pythagoras and Early Pythagoreanism
Pythagoras und die Pythagoräer des fünften Jahrhunderts werden von den Philosophiehistorikern in vier wichtigen Rollen dargestellt: Sie sollen die mathematischen Disziplinen, die Harmonielehre und zu einem großen Teil die Astronomie begründet haben; sie sollen Theorien über die Natur unseres Universums aufgestellt haben, auf die Parmenides, Empedokles, Anaxagoras und Demokrit in unterschiedlicher Weise reagiert haben; Sie sollen die Verbindung zwischen Religion und Philosophie hergestellt haben, die die Philosophie in der antiken Welt zu einer Lebensform machte; und ihr Denken soll einen großen Einfluss auf Platon und insbesondere auf die metamathematischen Theorien seiner späteren Jahre ausgeübt haben.
Professor Philip untersucht hier die Beweise für diese Behauptungen, sowohl in ihren allgemeinen Linien als auch in besonderen Fällen. Als Grundlage für seine eigene Rekonstruktion hat er das genommen, was Aristoteles uns über die Pythagoräer erzählt, mit der Begründung, dass Aristoteles unser frühester wichtiger Zeuge ist, dass der Umfang seines eigenen Zeugnisses beträchtlich ist und dass er nicht von der pro- oder anti-pythagoräischen Voreingenommenheit späterer Autoren berührt wird.
Als Ergebnis dieser Untersuchung wird argumentiert, dass die allgemein akzeptierten Ansichten über die Rolle des Pythagoras und der frühen Pythagoräer und damit auch die Geschichte des Denkens erheblich geändert werden müssen.