
Queer Velocities: Time, Sex, and Biopower on the Early Modern Stage
Queer Velocities: Time, Sex, and Biopower on the Early Modern Stage untersucht, wie das französische Theater des 17. Jahrhunderts queeres Begehren darstellt.
In diesem Buch, der ersten queertheoretischen Abhandlung über das kanonische französische Theater, schlägt Jennifer Eun-Jung Row vor, dass diese Geschwindigkeiten, Momente ungebührlicher Eile oder strategischer Verzögerung, neue Arten von Bindungen, Intimitäten und Erotik entfachen. Anstatt sich auf feste Identitäten oder analoge Kategorien zu verlassen, könnten wir uns diesen affektiv gesättigten Momenten der zeitlichen Empfindung zuwenden, um das Queerness in der vormodernen Welt zu analysieren. Die doppelte Innovation präziser, tragbarer Zeitmesser und die Entwicklung des Theaters als staatliche Institution brachten neue Arten von Verkörperungen, geordnete und ungeordnete Vergnügungen sowie normative und abweichende Lebensrhythmen hervor.
Row nutzt eine sorgfältige formalistische und rhetorische Analyse von Tragödien von Jean Racine und Pierre Corneille, um zu zeigen, wie die Inszenierung von Verzögerung oder Eile die normativen Zeitlichkeiten von Ehe, Mutterschaft, Trauer oder Souveränität kritisch unterbrechen kann - die alltäglichen Rhythmen und Paradigmen, die für das biopolitische Management des Lebens so notwendig sind. Rows Ansatz baut auf der queeren Hinwendung zur Zeitlichkeit und Elizabeth Freemans Begriff des Chronobiopolitischen auf, um darauf zu wetten, dass Queerness auch durch die Empfindungen von unterbrechender Geschwindigkeit und Langsamkeit gefördert werden kann.
Letztendlich legt Row nahe, dass das Theater nicht nur zum Glanz des absolutistischen Spektakels Ludwigs XIV. beitrug, sondern auch neue Formen des Zeitwissens und -gefühls sowie neue Formen des Liebens, des Lebens und des Zusammenseins entfachte.