
Quixotic Memories: Cervantes and Memory in Early Modern Spain
Das Werk von Miguel de Cervantes - einem der einflussreichsten Schriftsteller des frühneuzeitlichen Europas - ist ein Spiegelbild der reichen Erinnerungskultur, in der es entstanden ist. Mehr als ein Thema ist die Erinnerung ein System des Verständnisses in Cervantes' Welt, das sich aus den großen sozialen, religiösen und wirtschaftlichen Veränderungen ergibt, die die humanistische Kultur der Renaissance prägten und den Übergang zur Moderne beeinflussten.
Quijotische Erinnerungen bietet einen Einblick in die Pluralität und Komplexität des Gedächtnisses und zeigt, wie es eine außerordentlich wichtige Rolle in Cervantes' Don Quijote spielt. Es wird deutlich, dass Cervantes den Übergang in die Moderne vollzog, indem er sich mit Theorien des Gedächtnisses auseinandersetzte, die in der klassischen Antike entwickelt und an die spezifischen Umstände seiner eigenen Zeit angepasst worden waren. Julia Dominguez erforscht die vielen Räume, die sich das Gedächtnis im Spanien der frühen Neuzeit geschaffen hat, insbesondere in den Bereichen Philosophie, Medizin, Rhetorik, Mnemotechnik, bildende Kunst und Pädagogik.
Anhand von Primär- und Archivquellen bietet Quichotische Erinnerungen eine neue Lesart von Cervantes' berühmtem Roman, indem sie die sozio-historische und kulturelle Bedeutung der Erinnerung zu Lebzeiten des Autors nachzeichnet.