
Racism in Contemporary Germany: Islamophobia in East and West
Dieses Buch stellt eine kritische und empirisch fundierte Untersuchung von Islamophobie und damit zusammenhängenden Fragen des Rassismus und Nationalismus im heutigen Deutschland dar, mit besonderem Augenmerk auf die Unterscheidung zwischen Ost und West. Die Autoren, die verschiedene Disziplinen wie Anthropologie, Soziologie, Medien- und Literaturwissenschaft vertreten, ordnen das Thema in den globalen und deutschen Kontext der "Migrationskrise" von 2015/16 und ihrer Folgen sowie der laufenden Transformationen in den postsozialistischen Regionen der Europäischen Union ein.
Seit der "Flüchtlingskrise" 2015/16 haben illiberale Führer und Parteien in Europa die Islamophobie instrumentalisiert, um die traditionellen politischen Eliten zu verdrängen. Auffallend ist, dass solche illiberalen Bewegungen in den ehemals sozialistischen Gebieten der EU am erfolgreichsten waren. Dies spiegelt sich auch in Deutschland selbst wider, wo politische Formationen mit einer islamfeindlichen Agenda im Osten populärer bleiben als im Westen. Dieser Band untersucht die Gründe für diesen Unterschied, darunter nicht nur das ideologische Erbe des sowjetisch dominierten Sozialismus, sondern auch die Auswirkungen westlicher Interventionen in den ehemals sozialistischen Gebieten in und außerhalb Deutschlands seit dem Ende des Kalten Krieges. Einige islamfeindliche und andere hasserfüllte Tendenzen wurden in der Tat aus dem Westen eingeführt und gedeihen auch dort weiter.
Die Kapitel in diesem Buch wurden ursprünglich als Sonderausgabe des Journal of Contemporary European Studies veröffentlicht.