Bewertung:

Die Sammlung „Restless Spirits“ enthält 22 Gespenstergeschichten amerikanischer Frauen aus der Zeit von 1872 bis 1926, die ein Thema der feministischen übernatürlichen Literatur darstellen. Die Sammlung bietet zwar Einblicke in historische Ideologien, doch die Qualität der Geschichten ist insgesamt uneinheitlich, und viele bemerkenswerte Geschichten wurden bereits in anderen Anthologien veröffentlicht. Dieses Buch ist ideal für akademische Studien, wird aber Leser, die Horror suchen, nicht zufrieden stellen.
Vorteile:⬤ Bietet eine reiche Quelle für Einblicke in die Ideologien und die Kulturgeschichte der amerikanischen Frauen.
⬤ Enthält seltene, oft übersehene Geschichten, die aus obskuren Veröffentlichungen gerettet wurden.
⬤ Wichtig für Wissenschaftler und Fans des amerikanischen Geistergeschichten-Genres.
⬤ Die Qualität der Geschichten ist uneinheitlich; viele gute Geschichten sind bereits aus anderen Anthologien bekannt.
⬤ Einige Geschichten sind für diejenigen, die auf der Suche nach gruseligem Horror sind, vielleicht weniger überzeugend.
⬤ Die Auswahl scheint eher von der Notwendigkeit thematischer Kohärenz als von rein erzählerischem Wert beeinflusst zu sein.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Restless Spirits: Ghost Stories by American Women, 1872-1926
Genauso wie Träume seit langem mit dem Unbewussten in Verbindung gebracht werden, haben Geistergeschichten oft als Foren für ansonsten unzugängliche Themen gedient. Dieser Band versammelt eine lebendige Auswahl von Geistergeschichten von Schriftstellerinnen, die das Genre nutzen, um vorherrschende kulturelle Diskurse über das Wesen und den Status der Frau aufzudecken und zu hinterfragen.
Die Autorinnen, die Ehe, Mutterschaft, weibliche Sexualität, Jungfernschaft, Witwenschaft und die Überschneidung von Wahnsinn und medizinischer Praxis thematisieren, verlagern ihre Kritik an den herrschenden Ideologien auf das Übernatürliche und schützen sich so vor kritischen Vorwürfen. Ihre stimmungsvollen Werke sind eine unschätzbare Quelle für Einblicke in das Schreiben und Leben von Frauen. Die zweiundzwanzig Geschichten in dieser Sammlung, die ursprünglich in populären Magazinen veröffentlicht wurden, spielen in allen Teilen der Vereinigten Staaten und stammen von bekannten und unbekannten Autorinnen, darunter Edith Wharton, Kate Chopin und Zora Neale Hurston.
Ob es sich um eine Dienerin handelt, die hilft, den Ruf der toten ersten Frau ihres Herrn zu retten, um eine geisterhafte Mutter, die einen Fremden so lange verfolgt, bis er sich bereit erklärt, ihre verwaiste Tochter zu adoptieren, oder um ein Gespenst, das ihren geliebten Ehemann wiedersieht, nur um zu entdecken, dass er seit langem eine Vorliebe für ihre Schwester hegt - diese Geschichten besitzen einen großen psychologischen Reichtum und bieten erstklassige Unterhaltung, auch wenn sie die sozialen und psychologischen Realitäten des Lebens von Frauen erforschen. Jeder Geschichte ist eine biografische Kopfnote vorangestellt.