
Space, Gender and Urban Architecture
Dieses Buch erforscht die historischen Wurzeln des aktuellen Status der Frauen in Malta und zeigt durch eine ausführliche Untersuchung der komplexen Verflechtungen zwischen Geschichte, Kultur, Religion und der Nutzung des Raums in der Architektur (insbesondere des überdachten maltesischen Balkons), dass die Ursprünge auf die Zeit der Malteserritter zurückgehen, die zwischen 1530 und 1798 regierten. Auf Malta gibt es Hunderte von Steinbalkonen im Freien, ein typisches architektonisches Merkmal der subtropischen Klimazonen des Mittelmeers, durch das die Luft in den heißen Sommern im Haus zirkulieren kann.
Malta hat jedoch auch viele überdachte oder kastenförmige Balkone, Gallarija genannt, vor allem in der Hauptstadt Valletta, wo die Ritter lebten. Sie sind eine kostspielige Ergänzung, die dem eigentlichen Zweck des Balkons zuwiderläuft. Der erste bekannte Balkon vom Typ Gallarija befindet sich am Magistralpalast, der 1675 von den Rittern erbaut wurde.
Die Malteserritter, eine Gruppe ultra-religiöser, zölibatärer Krieger aus dem westeuropäischen Adel, hatten den Auftrag, die muslimische Expansion nach Europa um jeden Preis zu verhindern. Mit voller Unterstützung des Papstes herrschten die Ritter über 250 Jahre lang mit eiserner Hand über Malta und setzten ihre von Männern dominierte soziale und politische Ideologie durch, die den Beitrag der Frauen zur sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Maltas völlig abwertete.
Den Rittern war jeglicher Kontakt mit Frauen untersagt, ein Gelübde, das sie nicht einzuhalten bereit waren, und so argumentiert der Autor, dass die Ritter die Gallarija annahmen, um die selbst auferlegte Isolation zu verstärken und ihre unerlaubten sexuellen Beziehungen mit maltesischen Frauen und Prostituierten zu verbergen. Der Autor präsentiert historische Belege und Berichte, die die maltesische Gallarija mit der Moushrabiyya und ähnlichen überdachten Balkonen in den muslimischen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens in Verbindung bringen.
Die muslimischen Pendants bestanden aus geschnitzten Holzgittern, die ursprünglich dazu dienten, Wasser kühl zu halten, und später, um die Trennung der Frauen im Haus zu verschleiern.