
Space and Time in Artistic Practice and Aesthetics: The Legacy of Gotthold Ephraim Lessing
Als der Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing seine Abhandlung Laokoon: Ein Versuch über die Grenzen der Malerei und der Poesie im Jahr 1766 schrieb, beschrieb er die Stärken und Schwächen der beiden Künste. Die Malerei wurde dem Bereich des Raums zugeordnet, die Poesie dem Bereich der Zeit.
Raum und Zeit in der künstlerischen Praxis und Ästhetik untersucht, wie sich Künstler seit dem 18. Jahrhundert bis heute mit den Folgen von Lessings Theorie und den von ihr ausgelösten Theorien auseinandergesetzt haben. Wie das Buch zeigt, wurden - und werden - viele Künstler von Lessings Theorien beeinflusst, die in die Kunstausbildung und Kunstkritik eingedrungen sind.
Künstler von Jean Raoux bis Willem de Kooning und Frances Bacon sowie Kunstkritiker wie Clement Greenberg haben das Gewicht von Lessings Theorien in ihren Schaffensweisen gespürt, ob bewusst oder unbewusst. Sollten wir die Totenglocke für die Theorien von Lessing und seinesgleichen läuten? Oder werden sich die Vorstellungen von Zeitlichkeit, Räumlichkeit und künstlerischem Wettbewerb weiter entfalten? Dieses Buch - das erste, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Lessings Schriften mit der Produktion der bildenden Kunst zusammenhängen - stellt diese Fragen in den Vordergrund.