
Law and Mimesis in Boccaccio's Decameron: Realism on Trial
Zu Boccaccios Zeiten begann der italienische Stadtstaat, bei der Verfolgung von Verbrechen eine viel aktivere Rolle zu übernehmen - eine Rolle, die an die Stelle eines weitgehend gemeinschaftlichen, privaten Ansatzes trat.
Das Aufkommen des staatlich geförderten Inquisitionsprozesses zieht sich wie ein roter Faden durch die Gerichtsverfahren im Dekameron. Wie, so fragt Justin Steinberg, verändert dieser bedeutende juristische Wandel unsere Perspektive auf Boccaccios viel gepriesenen Realismus und literarisches Selbstbewusstsein? Was kann sie uns darüber sagen, wie er seinen Vorgänger Dante, den vielleicht mächtigsten Inquisitionsrichter der Welt, sieht? Und inwieweit wirft das Dekameron ein Licht auf die fortdauernde Rolle der Wahrhaftigkeit und des Wahrheitsgehalts in unserem heutigen Rechtssystem? Der Autor geht diesen und anderen literarischen, philosophischen und ethischen Fragen nach, die Boccaccio in den zahlreichen Prozessen des Dekameron aufwirft.
Das Buch richtet sich an Wissenschaftler und Studenten des Mittelalters und der frühen Neuzeit, der Literaturtheorie und der Rechtsgeschichte.